Onlinesucht - Forum & Hilfe - LAN Parties / eSports
„E-Sports (Electronic Sports) ist wohl einer der Mega-Trends dieses Jahrhunderts. Die Wachstumsraten, die die Computerspielebranche verzeichnet, stellen teilweise sogar das Wirtschaftswachstum in China in den Schatten. Millionen Menschen verbringen ihre Zeit mit dem neuen Medium "Spiel". Egal ob Konsole, PC oder Handhelds, Spiele werden immer mehr fixer Bestandteil unseres Lebens.“ (1)
Die Grundlage des E-Sports liegt in den LAN-Parties. LAN-Party ist der Szene-Ausdruck für einen Spieler, die in einem Local Area Network, jeder auf (s)einem eigenen PC, gegen- oder miteinander spielen. Die Spieler sind somit nicht über das Internet miteinander verbunden sondern sitzen im selben Raum, in derselben Halle bzw. im selben Büro. Natürlich ist es, insbesondere bei privaten-LAN-Parties auch möglich, dass sich über das Internet Spieler von „daheim“ zuschalten. Hierfür gibt es spezielle Programme, welche über das Internet eine LAN-Verbindung aufbauen. (2)
LAN-Parties begannen Mitte der 90er Jahre, im „privaten – nicht kommerziellen“ Bereich. Freunde treffen sich in einem Raum, bauen ihr eigenes Netzwerk auf und spielen die ersten netzwerktauglichen Spiele nach eigenen festgelegten Regeln. In der Anfangszeit sehr beliebte Spielmodi waren „Capture the Flag“ (die Fahne der gegnerischen Fraktion holen und zur eigenen Basis bringen) ,„last-man-standing“ (wer zuletzt übrig bleibt hat gewonnen) oder man spielte bis zu einer gewissen Anzahl getätigter Abschüsse (in der Fachsprache Frag’s genannt). Wobei man, wenn man das virtuelle zeitliche gesegnet hatte, gleich wiedergeboren wurde.
Spiele aus der Anfangszeit waren: Quake, Doom, Counterstrike, Starcraft, Warcraft II, Fifa-Soccer, Half Life Tournament, C & C, Serious Sam, Need for Speed u.v.a.
Somit kann man sagen, dass 3D-Ego-Shooter, Echtzeitstrategie und Sport die drei wichtigsten Genres sind. Netzwerkfähige Spiele andere Genres (z.B. Taktik, Aufbau, Knobel-Spiele) gibt es natürlich auch, diese haben sich aber auf LAN-Parties nur bedingt durchgesetzt.
Die Technik der Datenübertragung und die Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit der PC’s entwickelte sich rasch. Neue Spiele kamen in immer kürzeren Zeitabständen auf den Markt und kämpften um die Gunst des Käufers. Neue PC’s und auch immer bessere Peripherie-Geräte (für Spieler sehr wichtig ist die Präzision der Maus) belebten die Szene und aus den privaten LAN-Parties wurden größere Events, welche in Hallen verlegt wurde. Diese Feste finden zumeist in Hallen/Clubs über das Wochenende statt, wobei die Veranstalter für die Technik sorgen (das Netzwerk an sich), für Catering der/die Teilnehmer. Bei größeren Festen sind natürlich auch jene Vorschriften (Fluchtwege, Sanitäter, Jugendschutzvorschriften ...) wie bei jeder größeren Veranstaltung, zu beachten.
Den Weltrekord der größten LAN-Party hält aktuell das Event „Dreamhack Winter 2006“ mit 7788 Computer in einem Netzwerk. Dieses Fest fand in Jönkoping in Schweden statt.[4] Hier erkennt man, dass die LAN-Szene in Österreich derzeit noch als „klein, aber fein“ anzusehen ist.
Bei diesen organisierten LAN-Parties ist natürlich alles gut durchgeplant und es werden in den verschiedenen Genres, wiederum unterteilt in verschiedene Spiele[5], Turniere ausgefochten, in denen Sachpreise oder Geldpreise gewonnen werden können. Zusätzlich zu dem Ruhm und der Anerkennung, der beste Spieler auf der Party gewesen zu sein. Sachpreise führten in der Vergangenheit schon manchmal zu interessanten Fällen. So gewann 2005 bei einem Tournier in Deutschland ein damals 16jähriger Spieler einen Smart.
Länder mit einer ausgeprägten LAN Szene sind aktuell Deutschland, Schweden, USA und Südkorea. Südkorea ist ein besonders interessanter Fall. Denn dieses Land hat sich auf das Spiel „Starcraft“ der Firma Blizzard spezialisiert, welches schon einige Jahre alt ist. Nachfolgend ein Ausschnitt aus einem Artikel der Fachzeitschrift e Games, aus deren Ausgabe 01/2007. In der Coverstory dieser Ausgabe geht es um die derzeitige Attraktivität der Live-Übertragungen von Computerspiel-Wettkämpfen insbesondere im deutschsprachigem Raum und dem etablierten Sender GIGA TV. Der Artikel ist exzellent und beschreibt unter anderem wie es hinter den Kulissen der TV-Stationen zugeht und wo derzeit in unseren Breitengraden noch die Probleme liegen. In einem Extra-Teil wird die Situation in Südkorea beschrieben.
[...] Schwerpunkt der Berichterstattung ist Starcraft: Broodwar. Die Sendungen zu Blizzards Strategieklassiker laufen meist zur Prime Time. Sofern kein großes Event, wie der Electronic Sports World Cup (ESWC) ansteht, wird Counterstrike erst am späten Abend übertragen. [...]“[6]
Im weiteren Artikel wird beschrieben, dass es in Korea zwei Fernsehsender gibt, die beide eine eigene Liga haben und nur die Spiele der eigenen Liga übertragen, wobei die einzelnen Clans sehr wohl bei beiden Ligen mitspielen. Die Zuseheranzahl ist enorm. Bei Finalspielen sind es bis zu 150.000 Zuseher, die live dem Event beiwohnen und rund 3,000.000 Zuseher vor den TV-Bildschirmen. Die Moderatoren der Events sind top geschult und haben einen Universitätsabschluss. Da ein harter Konkurrenzdruck herrscht, sind diese umso motivierter und engagierter. Die Spieler wiederum genießen Popstarstatus. Auch Ausländer spielen in der Liga mit und überraschen oft mit neuen Strategien. Warum die USA und Europa trotzdem Südkorea in den kommenden Jahren den Rang ablaufen werden erklärt Jung, Team Manager des koreanischen Counterstrike Teams „Lunatic Hai“ wie folgt:[7]
Die Spieler in der LAN-Szene sind zumeist, insbesondere wenn es um Spiele geht, in denen Teams gegeneinander antreten, in Clans organisiert. Ein Clan ist ähnlich einer Gilde in MMORPG’s wie World of Warcraft, realweltlich z.B. mit einem Fußballclub zu vergleichen. Clans sind ein Zusammenschluss von Freunden oder bei den Profi-Clans von sehr guten Spielern, die sich über das gemeinsame Spielen gefunden haben. Clans haben zumeist eine fixe Struktur, ein gemeinsames Auftreten nach außen (Teamdress, Website ...) und bei den Profi-Clans z.B. auch einen aufeinander abgestimmten Trainingsplan und Aufgabenaufteilung.
LAN-Parties stehen auch immer wieder in der Diskussion beim Thema Killerspiele. Die Motivation der Spieler ist aber im sportlichen Wettkampf und nicht in der Gewaltverherrlichung zu sehen.
„[...] Dopingkontrolle: In der Halbzeit werden pro Begegnung vier Spieler ausgelost, von denen die beiden zuerst gezogenen nach Abpfiff zur Dopingkontrolle antreten müssen. Die beiden zuletzt gezogenen rücken im Falle einer Verletzung der ursprünglich vorgesehenen Spieler nach. [...]“[9]
Mitterweile sind leider auch LAN-Parties nicht vom Dopingwahnsinn verschont. Aber verständlich, da es bei den größeren Festen auch um sehr viel Preisgeld und Sachpreise geht. Und gerade bei Strategiespielen geht es um schnelle Reaktion und darum, mit den Augen ohne viel zu blinzeln, das Spielgeschehen zu fokusieren.
[2] Aktuell sehr beliebt ist das Programm „Hamachi“.
[4] http://www.planetlan.at/ (06.01.2007)
[5] z.B.: Sport ist unterteilt in Eishockey, Fußball und Motorsport. Für die Fußballfans gibt es ein Turnier in Pro-Evolution Soccer 6 und ein Tournier in FIFA Soccer 2007
[6] SW (2007) e Games Magazin Ausgabe 01/2007, Seite 12
[7] vgl. SW (2007) e Games Magazin Ausgabe 01/2007, Seite 12
[8] SW (2007) e Games Magazin Ausgabe 01/2007, Seite 12
[9] http://www.saz-lan.de/ (02.01.2007)




