Onlinsucht Allgemein
Onlinesucht Hilfe für Spieler
Forum und Hilfe für Eltern
Onlinesucht Wissenschaft

Onlinesucht - Forum & Hilfe - Einführung


Begriffserklärung: Onlinesucht

Bis 1991 sprach man ausschließlich von stoffgebunden Süchten, im späten 20. Jahrhundert wurde der Abhängigkeitsbegriff auf zwanghafte Ersatzhandlungen erweitert.

„World of Warcraft – Die Bundesgesundheitsministerin warnt: Blizzard überschwemmt mit einem als Online-Rollenspiel getarnten Suchtmittel den Weltmarkt. Willkommen in World of Warcraft.“ (1)

Mit dieser Überschrift beginnt der Test zu WoW (World of Warcraft) in der Ausgabe 02/05 der renommierten Spielezeitschrift PC Games. Wohl als kleiner Gag gemeint, wussten die Autoren dieses Tests wahrscheinlich nicht, dass der Nagel auf den Kopf getroffen wurde und eine Diskussion beginnen wird, ob ein Online-Rollenspiel als Suchtmittel (in diesem Fall stoffunabhängige Abhängigkeit) definiert werden kann, oder eben nicht.

In seinem persönlichen Kommentar beschreibt Heinrich Lenhardt, Nordamerika-Korrespondent des Magazins „PC-Games“ das Spiel wie folgt: „Volle Sucht-Wucht – bei keinem anderen Spiel habe ich mehr Stunden versenkt – Was hätte ich nicht alles in dieser Zeit anfangen können: eine Fremdsprache lernen oder viele, viele Apfelbäumchen pflanzen. Aber nein, ich musste statt dessen ja meinen Helden groß und stark machen, seit die US-Beta von World of Warcraft startete. Kein anderes Online-Rollenspiel hat die Balance zwischen Komplexität und Fun auch nur annähernd so gut hingekriegt. Klar ist der Charakter-Aufbau ein Langzeitprojekt, aber Blizzards Meisterwerk ist bemerkenswert solo- und quickiefreundlich. Von den toll abgestimmten Heldenklassen bis zur Spielwelt-Atmosphäre gibt es viele gute Gründe, hier Wurzeln zu schlagen.“ (2) Die klassische Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in bezug auf die Begriffe Sucht und Droge lautet wie folgt: Sucht ist ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge und gekennzeichnet durch 4 Kriterien:
  • Ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels,
  • eine Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung),
  • die psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge,
  • die Schädlichkeit für den Einzelnen und/oder die Gesellschaft.

Es gilt jede Substanz als Droge, die in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag. Dieser erweiterte Drogenbegriff erfasst nicht nur Cannabisprodukte, Halluzinogene, Stimulantien, Schnüffelstoffe, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Alkohol, Tabakerzeugnisse, Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er bezieht sich auch auf Alltagsdrogen wie z.B. Kaffee und Tee und grenzt Drogen einerseits sowie Genuss- und Lebensmittel andererseits nicht mehr trennscharf voneinander ab. (3)

Der Suchtbegriff im Sinne von Abhängigkeit hat sich im 20. Jahrhundert gebildet. Er entwickelte sich von der Trunksucht, bzw. den Alkoholismus auf weitere Abhängigkeiten, welche als Sucht bezeichnet werden (Drogensucht, Nikotinsucht, Tablettensucht). 

Im späten 20. Jahrhundert wurde der Abhängigkeitsbegriff auf zwanghafte Ersatzhandlungen erweitert. (4)


Die Patienten weisen in diesen Fällen ähnliche Symptome auf wie Substanzabhängige. Beispiele hierfür wären: Sexsucht, Arbeitssucht, Kaufsucht und jene zwei Abhängigkeiten welche in dieser Arbeit genauer beleuchtet werden, die Internetsucht und die (Online) Spielesucht, insbesondere jene mögliche Abhängigkeit des Online-Rollenspiels World of Warcraft.


 (1) Vgl. Heinrich Lenhardt (2005), PC Games Magazin 02/05 (Seiten 66 – 75)

 (2) Heinrich Lenhardt (2005), PC Games Magazin 02/06 (Seite 75)

 (3) vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. (2006), http://www.dhs.de (17.07.2006)

(4) Vgl. Wikipedia (2006) http://www.wikipedia.org (16.07.2006)
}