IPOS Institut zur Prävention von Onlinesucht  

Können andere sagen das man süchtig ist?
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Acaloth



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BeitragVerfasst am: 04.08.2009, 17:30    Titel:

Casual hat Folgendes geschrieben:
Nun, Rechtschreibung hin oder her, aber auch genau die Art und Weise der Kommunikation wird dadurch doch stark verbessert. (Ausdrucksfähigkeit) Wenn ich an damals denke, wie es in Chats herging bzw. noch hergeht, dann grauelt es mir schlimm. Alles klein geschrieben und ohne jegliche Interpunktion. Grauenhaft! Mad


Da bekenne ich mich schuldig im Sinne der Anklage, in Chats steht bei mir alles klein und die Interpunktion fehlt meist völlig Very Happy

Casual hat Folgendes geschrieben:

Ich komme zu der Ansicht, dass es Personen gibt, die eine Sucht durchaus beurteilen können und dann sagen können, dass Person XY süchtig ist. Diese jeweilige Person muss aber Erfahrung mit solchen Dingen haben und kein Vorwurf draus machen. (Somit eignen sich viele schonmal nicht mehr!) Wenn es dann in einer Art und Weise geschieht, die der Person angemessen ist, gibt es sicher Auswege bzw. Kompromisse.


So wie sie das erklären muss ich ihnen rechtgeben, das disqualifizert aber die Eltern schon mal völlig.
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Acaloth



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BeitragVerfasst am: 04.08.2009, 17:44    Titel: Re: Grüße,

Dillinger [IPOS] hat Folgendes geschrieben:

Es sollte bedacht werden, dass keine Sucht standardisiert betrachtet werden kann und das bei der Internetsucht, auf Grund der Tatsache, dass es sich um eine relativ junge Suchterkrankung handelt, natürlich noch mehr graue Bereiche gibt als bei anderen Suchtformen. Deswegen ist es sehr wohl angebracht, dass sich Menschen auf einer wissenschaftlichen Ebene mit dem Thema auseinandersetzen, weil dadurch das Wissen um diese Art der Suchterkrankung vermehrt wird. Dass es hierbei immer wieder sehr konservative und liberale Lager geben wird, liegt in der Natur der Menschen und nicht der Sache, weil wir dies überall finden (vgl. Waffengesetze und Alkoholgesetze in den USA; Gewaltspieldiskussion in Dtld., etc.). Die empirische Auseinandersetzung hilft dennoch, neue Erkenntnisse zu gewinnen, welche wiederum der Installierung möglicher Hilfsangebote dienlich sein kann. Im best case führen diese Erkenntnisse dazu, dass man drauf kommt, es handelt sich um keine Sucht, es entsteht kein Leidensdruck, wir brauchen uns nicht mit dem Problem zu beschäftigen, weil es kein Problem gibt.
Fakt ist allerdings, dass es zurzeit sehr wohl Menschen gibt, die einen Leidensdruck auf Grund ihres pathologischen Computergebrauchs haben und ich denke in einem Sozialstaat wie es Österreich (noch;-) ist, sollte diesen Menschen geholfen werden.


Der Einfachheit halber unterteile ich alles in Punkte:

1. Man kann sehr wohl Süchte standardisiert betrachten nur sind das eben ausschliesslich stoffgebundene Süchte. Bei nicht stoffgebundenen Süchten ist die Toleranzgrenze und die Grauzone sehr gross weil es sehr auf die Selbstbeherrschung und die Lebenswirklichkeit des "Opfers" ankommt. Daher finde ich das empirische Umfragen und Erkenntnisse gar nicht möglich sind, weil jeder Fall einzeln betrachtet werden muss.

2. Es hat niemand was dagegen das man den Süchtigen hilft, es geht rein um die Frage ob man sich als "Aussenstehender" ein Urteil erlauben kann. (Aussenstehende sind da alle ausser dem "Süchtigen" selbst)

Dillinger [IPOS] hat Folgendes geschrieben:

Natürlich ist dabei Sucht immer auch subjektiv und zwar jede Art von Sucht. Trotzdem hat man beim Alkohol, Drogen, Glückspielsucht etc. Diagnosemerkmale aufgestellt, die dabei helfen sollen, erstens eine Sucht zu erkennen (z.B. im Gegensatz zu einem exzessiven Verhalten) und zweitens in weiterer Folge, dass man ihr begegnen kann, sprich etablierte Hilfsangebote anbieten kann.


Falsch Sucht ist nicht immer subjektiv, bei Drogen, Alkohol und Glücksspiel ist eine klare Trennung vorhanden zwischen "gesundem" Verhalten und Suchtverhalten, diese gibt es aber bei "Computersucht" nicht ("" deswegen weil ich den Terminus als solchen schrecklich finde) weil Sucht immer induziert das man ohne die Droge nicht mehr wirklich leben kann und wer will das beurteilen ausser dem Süchtigen selbst? (ausser er wird jetzt wirklich agressiv, aber das werd ich auch wenn man mir mein Buch wegnimmt). Ich denke nicht das die Klassifikationssysteme noch nihct gefunden wurden, ich denke es gibt sie einfach nicht.

Dillinger [IPOS] hat Folgendes geschrieben:

Lange Rede kurzer Sinn. Von den ein oder anderen radikalen Stimmen aus der Wissenschaft und natürlich von einigen hetzerischen Medien wird auch dieses Thema mit einer starken Übertriebenheit dargestellt, aber deswegen würde ich den gesamten wissenschaftlichen Anspruch nicht in Frage stellen, denn selbst wenn dies nur ein temporäres Phänomen ist, dass uns in 10-20 Jahren, wenn die "native Internetnutzer" die Eltern sind, vielleicht überhaupt nicht mehr beschäftigt (was durchaus im Bereich des möglichen ist), so beschäftigt es uns derzeit und dem sollte man sich auch -auf verschiedenen Ebenen- annehmen.


Ich bezweifle nicht das es "Computersucht" gibt, dass ist ein Faktum. Aber ich denke die Zahlen und Statistiken die verwendet werden sind sehr stark dadurch gefärbt das diejenigen die diese Statistiken machen wenig Ahnung von Internet und der damit veränderten Lebenswirklichkeit haben. Für mich sind 5-6 Stunden Computerbenutzung am Tag nicht viel, die sind normal, einfach aus dem Grund weil für mich ein Computer viel mehr ist als nur ein Computer oder eine bessere Schreibmaschine mit Spielen. Ich denke aber das diese Tatsache bei vielen noch nicht angekommen ist und daher derartige Horrorzahlen wie sie oft pupliziert werden auftreten.
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Casual



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BeitragVerfasst am: 04.08.2009, 18:46    Titel:

Zitat:
Da bekenne ich mich schuldig im Sinne der Anklage, in Chats steht bei mir alles klein und die Interpunktion fehlt meist völlig Very Happy


Sie sind also auch wer, der in Chats seine guten Manieren vergisst. Cool
Sei es drum, hier sieht das Ganze anders aus.

Zitat:
So wie sie das erklären muss ich ihnen rechtgeben, das disqualifizert aber die Eltern schon mal völlig.


Leider, muss man dazu sagen. Oftmals sind Eltern mit die ersten Externen Personen, die ein verändertes Verhalten erkennen. (Liegt wohl daran, dass viele MMORPG-Süchtige z.B. <20Jahre sind und zuhause wohnen) Es wäre für viele leichter, wenn der richtige Umgang mit solch einer Erkennung erlent werden kann bzw. vermittelt werden kann. Aber das liegt außerhalb der Macht von der Gesellschaft. Die Standardreaktion kann sich jeder denken: "Du, du, du...bist schlecht, weil...süchtig bist!"
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Acaloth



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BeitragVerfasst am: 04.08.2009, 19:56    Titel:

[quote="Casual"]
Zitat:

Leider, muss man dazu sagen. Oftmals sind Eltern mit die ersten Externen Personen, die ein verändertes Verhalten erkennen. (Liegt wohl daran, dass viele MMORPG-Süchtige z.B. <20Jahre sind und zuhause wohnen) Es wäre für viele leichter, wenn der richtige Umgang mit solch einer Erkennung erlent werden kann bzw. vermittelt werden kann. Aber das liegt außerhalb der Macht von der Gesellschaft. Die Standardreaktion kann sich jeder denken: "Du, du, du...bist schlecht, weil...süchtig bist!"


Die Eltern sind aber auch die die meist das ganze nicht verstehen und gleich Panik schieben und dann kommen ihnen die "Experten" wie Pfeiffer immer gleich recht mit einer einfachen billigen Erklärung dafür wieso sich der Sohn aufregt wenn man ihm das Internet abstellt.
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Casual



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BeitragVerfasst am: 04.08.2009, 20:47    Titel:

Zitat:
Die Eltern sind aber auch die die meist das ganze nicht verstehen und gleich Panik schieben und dann kommen ihnen die "Experten" wie Pfeiffer immer gleich recht mit einer einfachen billigen Erklärung dafür wieso sich der Sohn aufregt wenn man ihm das Internet abstellt.


Warum greifen Sie Herrn Pfeiffer an? Haben Sie ihn schonmal arbeiten sehen? Die Mittel zur Bekämpfung und richtigen Erkennung von Onlinesucht stecken noch in den Kinderschuhen und das werden sie sicherlich auch noch lange.
Halten Sie allgemein von "Experten" nichts, oder richtet sich Ihre Einstellung gegen bestimmte Therapeuten?
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Acaloth



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BeitragVerfasst am: 04.08.2009, 20:52    Titel:

Casual hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Eltern sind aber auch die die meist das ganze nicht verstehen und gleich Panik schieben und dann kommen ihnen die "Experten" wie Pfeiffer immer gleich recht mit einer einfachen billigen Erklärung dafür wieso sich der Sohn aufregt wenn man ihm das Internet abstellt.


Warum greifen Sie Herrn Pfeiffer an? Haben Sie ihn schonmal arbeiten sehen? Die Mittel zur Bekämpfung und richtigen Erkennung von Onlinesucht stecken noch in den Kinderschuhen und das werden sie sicherlich auch noch lange.
Halten Sie allgemein von "Experten" nichts, oder richtet sich Ihre Einstellung gegen bestimmte Therapeuten?


Ich halte nichts von Herrn Pfeiffer was mit der Killerspieldiskussion und seinem Verhalten in dieser zusammenhängt, aus diesem simplen Grunde halte ich ihn auch nicht für einen Experten weil er bewiesen hat das er nicht in der Lage ist sachlich zu argumentieren.

Gegen Experten ansich hab ich nichts, wenns denn Experten sind, Politiker sind für mich keine Experten auch wenn sie sich gerne als "SPD-Experte für blablabla" bezeichnen. Ich denke auch das wirkliche Experten besseres zu tun haben als bei Kerner oder Hart aber Fair darüber zu diskutieren.
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Casual



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BeitragVerfasst am: 05.08.2009, 08:10    Titel:

Zitat:
Gegen Experten ansich hab ich nichts, wenns denn Experten sind, Politiker sind für mich keine Experten auch wenn sie sich gerne als "SPD-Experte für blablabla" bezeichnen. Ich denke auch das wirkliche Experten besseres zu tun haben als bei Kerner oder Hart aber Fair darüber zu diskutieren.


Geld regiert die Welt und es ist heutzutage wohl eine Minderheit, die aus freien sozialen Gründen etwas macht. Niemand denkt an die Gesellschaft, sondern nur das Individuum an sich. (Oftmals) Politiker haben prinzipiell keine Ahnung von solchen Spielen. Sie sind lediglich das Medium, das dann kommentiert. Ich wäre dankbar dafür, wenn die Politiker wenigstens Politik machen würden und nicht nur Umdisponierungen von Kapital, das keiner besitzt, oder Privatfahrten nach Spanien. *Zwinker Ulla Schmidt*
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BerndD [IPOS]



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BeitragVerfasst am: 05.08.2009, 09:50    Titel: Re: Grüße,

Acaloth hat Folgendes geschrieben:

Falsch Sucht ist nicht immer subjektiv, bei Drogen, Alkohol und Glücksspiel ist eine klare Trennung vorhanden zwischen "gesundem" Verhalten und Suchtverhalten, diese gibt es aber bei "Computersucht" nicht ("" deswegen weil ich den Terminus als solchen schrecklich finde) weil Sucht immer induziert das man ohne die Droge nicht mehr wirklich leben kann und wer will das beurteilen ausser dem Süchtigen selbst?


Für mich sind 5-6 Stunden Computerbenutzung am Tag nicht viel, die sind normal, einfach aus dem Grund weil für mich ein Computer viel mehr ist als nur ein Computer oder eine bessere Schreibmaschine mit Spielen.


Die klar mögliche Trennung von Drogen, Alkohol und Glücksspiel (zwischen gesundem und süchtigen Verhalten) zu einer nicht klar möglichen Trennung bei Internetnutzung ist mir nicht ganz klar (3x klar in einem Satz, mein ehemaliger Deutschprofessor würde es den Magen umdrehen;-). 5-6h Computernutzung sind für sie völlig normal, da bin ich voll bei ihnen. Aber warum kann man dies dann bei anderen Suchtformen so klar trennen? Wenn ich niemals Alkohol trinke bin ich nicht Alkoholkrank – soweit ist es klar. Aber wo fängt es an? Bei 2 Bieren täglich, bei 10 oder bei einem mehrtägigen Saufgelage, welches immer nach 14 Tagen Abstinenz stattfindet und in einer Bewusstlosigkeit endet? Jemand der nur zu seinem Cafe eine Zigarette raucht ist nicht süchtig, der, der 5 Zigaretten pro Tag raucht oder mehr ist es? Wenn ich nur zwei mal in der Woche mein Geld beim Automatenspiel verprasse ist es ok, bei 4 mal oder öfters nicht mehr? Oder erst wenn ich es mir nicht mehr leisten kann? Das würde dann wiederum bedeuten, dass ein reicher Mensch viel später süchtig ist als ein armer Mensch, obwohl sie ein gleiches Verhalten an den Tag legen.

Ich sehe diese klare Trennmöglichkeit nicht, sondern es ist sowohl bei stoffgebundenen als auch bei stoffungebundenen Suchtformen m.E. noch nicht eindeutig möglich und ist deshalb auch immer ein Stück weit subjektiv (irgendwie haben sie das ja auch selbst geschrieben mit "weil Sucht immer induziert das man ohne die Droge nicht mehr wirklich leben kann und wer will das beurteilen ausser dem Süchtigen selbst", was sie zwar ein paar Zeilen vorher anders geschrieben haben, aber dann doch jede Art von Sucht mit Subjektivität in Verbindung bringen - da steckt m.E. schon sehr viel drinnen). Das es bei anderen Suchtformen einen viel größeren Erfahrungswert gibt, auf den man zurückgreifen kann und dass es deshalb auch schon sehr viel ausdifferenziertere Kategorien gibt, ist auch verständlich. Trotzdem ist bei keiner Suchterkrankung der Weisheit letzter Schluss gefunden und sollte das Phänomen Internetsucht weiterhin immer mehr betroffene Leute auf den Plan rufen, dann wird man nicht umhinkommen vermehrt zu reagieren. Wobei diese Reaktionen natürlich unterschiedlich aussehen können. Dass es hierbei zu mehr als fragwürdigen Forderungen verschiedener InteressensvertreterInnen kommt, sehe ich genau so. Aber das Hineinnehmen von Internetsucht in ein Klassifikationssystem würde alleine deswegen schon etwas bringen, weil dann die Krankenkassen stärker verpflichtet wären Kosten für Therapien von Betroffenen zu übernehmen.

Last but not least finde auch ich den Begriff Internetsucht nicht ideal (sehr negativ besetzt, stark stigmatisierend etc.). Er wird allerdings medial verwendet und ruft deswegen auch Resonanzen in der Öffentlichkeit hervor. Deshalb haben wir uns auch als Institut für Onlinesucht benannt. Würden wir „Institut für pathologischen Computergebrauch“ heißen mit der dementsprechenden URL dazu, bin ich mir nicht sicher ob ihr jemals auf unserer Seite gelandet wärt und so würden unsere Informations- und Aufklärungsbemühungen viel weniger Leute erreichen.

Wünsche einen sonnigen Tag
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Casual



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BeitragVerfasst am: 05.08.2009, 11:02    Titel:

Nichts hinzuzufügen. Wink
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Acaloth



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BeitragVerfasst am: 05.08.2009, 16:42    Titel: Re: Grüße,

Dillinger [IPOS] hat Folgendes geschrieben:

5-6h Computernutzung sind für sie völlig normal, da bin ich voll bei ihnen. Aber warum kann man dies dann bei anderen Suchtformen so klar trennen? Wenn ich niemals Alkohol trinke bin ich nicht Alkoholkrank – soweit ist es klar. Aber wo fängt es an? Bei 2 Bieren täglich, bei 10 oder bei einem mehrtägigen Saufgelage, welches immer nach 14 Tagen Abstinenz stattfindet und in einer Bewusstlosigkeit endet? Jemand der nur zu seinem Cafe eine Zigarette raucht ist nicht süchtig, der, der 5 Zigaretten pro Tag raucht oder mehr ist es? Wenn ich nur zwei mal in der Woche mein Geld beim Automatenspiel verprasse ist es ok, bei 4 mal oder öfters nicht mehr? Oder erst wenn ich es mir nicht mehr leisten kann? Das würde dann wiederum bedeuten, dass ein reicher Mensch viel später süchtig ist als ein armer Mensch, obwohl sie ein gleiches Verhalten an den Tag legen.


Bei Alkohol, Tabak und anderen Drogen zeigt sich die Sucht dadurch das Entzugserscheinungen autreten (und zwar meist auch körperliche).
Ok, Glücksspiel ist da ein eigenes Thema, damit kenne ich mich ehrlich gesagt auch etwas zuwenig aus.


Dillinger [IPOS] hat Folgendes geschrieben:

Last but not least finde auch ich den Begriff Internetsucht nicht ideal (sehr negativ besetzt, stark stigmatisierend etc.). Er wird allerdings medial verwendet und ruft deswegen auch Resonanzen in der Öffentlichkeit hervor. Deshalb haben wir uns auch als Institut für Onlinesucht benannt. Würden wir „Institut für pathologischen Computergebrauch“ heißen mit der dementsprechenden URL dazu, bin ich mir nicht sicher ob ihr jemals auf unserer Seite gelandet wärt und so würden unsere Informations- und Aufklärungsbemühungen viel weniger Leute erreichen.


Der Begriff ist eben ein Schlagwort und solche sind eben ungemein beliebt Very Happy

Dillinger [IPOS] hat Folgendes geschrieben:

Wünsche einen sonnigen Tag


In Anbetracht der Tatsache das ich erst aufgestanden bin , werd ich von dem nicht mehr viel haben aber danke dennoch und ihnen noch eine
Schöne Nacht Very Happy
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BeitragVerfasst am: 05.08.2009, 17:49    Titel:

Nun stellt sich nach wie vor die Frage, wie man so eine Onlinesucht denn bekämpfen kann, wenn man sie festgestellt hat. Radikaler Entzug würde sicher zu Gegenmaßnahmen führen, aber wie sonst? Langsame Reduzierung der Stunden kreuzt sich irgendwann mit den Zielen, die man sich z.B., mein Liebling, in World of Warcraft gesetzt hat. Folge: Mehr Konsum, aber der wird verhindert. Gegenmaßnahmen wären auch hier der Fall, oder nicht?

So long, enjoy.
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Acaloth



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BeitragVerfasst am: 05.08.2009, 18:31    Titel:

Casual hat Folgendes geschrieben:
Nun stellt sich nach wie vor die Frage, wie man so eine Onlinesucht denn bekämpfen kann, wenn man sie festgestellt hat. Radikaler Entzug würde sicher zu Gegenmaßnahmen führen, aber wie sonst? Langsame Reduzierung der Stunden kreuzt sich irgendwann mit den Zielen, die man sich z.B., mein Liebling, in World of Warcraft gesetzt hat. Folge: Mehr Konsum, aber der wird verhindert. Gegenmaßnahmen wären auch hier der Fall, oder nicht?

So long, enjoy.


Wenn der Spieler selber das Problem sieht denke ich nicht das es zu grossen Gegenreaktionen kommen wird.
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BerndD [IPOS]



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BeitragVerfasst am: 06.08.2009, 14:29    Titel:

Was Gegenmaßnahmen betrifft scheint es ratsam den individuellen Einzelfall zu berücksichtigen. Ein "Radikalentzug", sprich die sofortige völlige Abstinenz vom Internet, wird sicher bei vielen Betroffenen auf wenig Gegenliebe stoßen und dementsprechend eine niedrige Compliance hervorrufen, was einer Zielerreichung entgegenwirken wird. Außerdem umfasst der Begriff Internetsucht nicht nur den Onlinespielebereich, sondern auch alle anderen exzessiv-problematischen Tätigkeiten im Internet - diese völlig abzustellen, indem ich das Internet beispielsweise nicht mehr verwende, wird im Gegensatz zu der persönlichen Entwicklung stehen, da das Internet auch in der schulischen und beruflichen Entwicklung immer weniger wegzudenken ist.

Richtig ist auf alle Fälle, dass eine gewisse Eigenerkenntnis eines bestehenden Problems erforderlich ist von Seiten der Betroffenen, ohne die Veränderungsmaßnahmen nicht durchführbar sein werden. Besteht diese, dann kann man gemeinsam mit den Betroffenen Maßnahmen und Schritte planen, wie eine Verhaltensänderung indiziert wird. Kontrollrückgewinnung über einen Onlinewochenplan z.B., bei dem ich mir im Vorhinein festlege, an welchen Zeiten ich zu welchem Zweck das Internet nutzen will. Funktioniert das an dem ein oder anderen Tag nicht, dann kann man in weiterer Folge darüber (am besten mit anderen) reflektieren, warum es nicht funktioniert hat. Was hat mich veranlasst meinen Plan nicht einzuhalten und in weiterer Folge Strategien entwickeln wie man es beim nächsten Mal anders angehen kann, damit es funktioniert.
Außerdem gilt es Alternativen zum Computergebrauch zu finden, die mir auch einen derartigen Benefit bringen wie die Tätigkeiten im Internet. Habe ich keine reizvollen Alternativen, wird eine Verhaltensänderung schwer durchzuführen sein.

Wieweit diese Verhaltensänderungen dann gehen sollen, liegt aber im Endeffekt bei den Betroffenen selbst. Der eine wird zufrieden sein, wenn er nur mehr drei mal die Woche bei den Hauptraidzeiten on ist und ein paar Stunden daneben zum farmen verwendet anstatt jeden Tag automatisiert ohne einen wirklichen Auftrag sich einloggen zu müssen. Der andere wiederum möchte sich völlig von dem Spiel loseisen und versucht dieses Ziel zu erreichen. Je nachdem, wo der (subjektive;-)Leidensdruck aufhört, sollten auch Veränderungsziele formuliert und mithilfe von verschiedenen Strategien, die ich oben kurz angeschnitten habe, versucht werden zu erreichen.

Summa summarum wird es nichts bringen, von vornherein das eine oder andere z.B. Spiel zu verteufeln und die Spiellust auf exorzistischem Weg auszutreiben zu versuchen. Es geht um das drum herum und wie es gelingt für jeden inividuell einen angenehmen und autonomen Umgang damit zu erlernen bzw. wiederzuerlernen.

So far, freundliche Grüße
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Acaloth



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BeitragVerfasst am: 06.08.2009, 15:50    Titel:

Dillinger [IPOS] hat Folgendes geschrieben:

Summa summarum wird es nichts bringen, von vornherein das eine oder andere z.B. Spiel zu verteufeln und die Spiellust auf exorzistischem Weg auszutreiben zu versuchen. Es geht um das drum herum und wie es gelingt für jeden inividuell einen angenehmen und autonomen Umgang damit zu erlernen bzw. wiederzuerlernen.


Das stimmt und ich finde es gut das sie so denken, leider treffe ich in vielen Onlinesuchtforen immer wieder auf Leute die wie Exorzisten versuchen andere zu überzeugen das sie süchtig sind, wenn der andere das abstreitet bestärkt sie das noch und sie sagen dann erst recht das er süchtig ist.
Wenn das ganze auf einem wissenschaftlichen Weg stattfindet ist es kein Problem aber ich habe teilweise wirklich das Gefühl das einer seine neuen "Exorzismusversuche" präsentiert und dann von einigen Forenteilnehmern bejubelt wird.

Z.B. die Aussage von NB19 in seinem Knuddels-Thread:
"Ich finde es schade, dass bis jetzt diese Thematik noch nicht angesprochen wurde. Meistens wurde es von anderen Knuddels Mitgliedern verdrängt, was aber wiederum typisch für das Verhalten von Süchtigen ist. "

Es ist einfach ein grosser Unterschied zwischen verdrängen und süchtig sein. Denen die seine Hinweise nicht hören wollen und sich evtl. von ihnen gestört fühlen automatisch selber Sucht zu unterstellen ist einfach unterste Schublade (find ich jedenfalls).
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BerndD [IPOS]



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BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 07:52    Titel:

Dazu möchte ich kurz noch bemerken, dass bei den verschiedensten Suchtformen und auch bei der Internetsucht es angenommen wird, dass es im Laufe der Abhängigkeitsentstehung eine Phase gibt, in der den Betroffenen schön langsam selbst bewusst wird, dass ihr Verhalten auf die Dauer nicht gut für sie ist, sich dieses Verhalten aber dann vor sich selbst und vor anderen mit verschiedenen Rechtfertigungsstrategien, Bagatelisierungen etc. "schön reden". Hierbei erkennt das Umfeld schon früher, dass es zu einer deutlichen Verhaltensänderung hin zu einem abhängigen Verhalten hin gekommen ist und reagiert auch dementsprechend.
Nur da ist dann der Punkt erreicht, wo sich die Fronten verhärten, denn solange Betroffene selbst nicht diese Erkenntnis zumindest annähernd teilen, wird er sich gegen etwaige Vorwürfe wehren und es kommt zu Auseinandersetzungen. Wer lässt sich auch schon gerne von anderen aufdrücken, dass er nach diesem oder jenem süchtig ist. Gehen sie mehrere Tage hintereinander vormittags in die Dorfkneipe und beobachten sie, wer von den Gästen mehrere Gläser Alkohol trinkt. Können sie diese Beobachtung über mehrere Tage zu dieser Zeit machen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Person ein Alkohol Problem hat und dann gehen sie hin und sagen dieser Person, was sie denken. Die Gegenreaktion dieser Person kann man sich ausmalen, vorsichtig ausgedrückt: er/sie wird über ihre Behauptung nicht erfreut sein.
Und so auch hier, wenn Betroffene nicht das Gefühl haben ein Problem zu haben und obendrein vielleicht auch noch mit ihrer Situation glücklich sind, dann wird man keine Verhaltensänderung herbeiführen können bzw. stellt sich auch die Frage, warum sollte man. Erst wenn ein individuell unterschiedlicher Tiefpunkt erreicht ist, wo man sich selbst denkt, so kann es nicht weitergehen, dann werden Interventionen auch greifen. Doch bis zu diesem Zeitpunkt ist es mehr als verständlich, dass sich das Umfeld Sorgen macht und verschiedenste Handlugnsstrategien anwendet, um den betroffenen Angehörigen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Dass hierbei oftmals nicht unbedingt die diplomatischsten Wege gewählt werden oder in manchen Fällen auch vorschnell überreagiert wird (wenn man vorzeitig von einem süchtigen Verhalten spricht, weil man am Vorabend einen Bericht auf RTL gesehen hat), das steht wieder auf einem anderen Baltt und kommt natürlich auch häufig vor.

Es ist ein wenig eine Gradwanderung und eine Patentlösung für den richtigen Umgang haben wir leider nicht, sonst würden all diese Diskussionen unnötig sein und wahrscheinlich gar nicht stattfinden;-)

MfG
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