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maggy
Anmeldedatum: 28.01.2009 Beiträge: 3 Wohnort: wien umgebung
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Verfasst am: 28.01.2009, 19:38 Titel: unverständnis und verzweiflung sind in mir |
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mein sohn ist 18 und seit ca zwei jahren pc süchtig, was er natürlich vehement abstreitet. die schule wurde geschmissen, den zivildienst besucht er nicht. bei tag schläft er meist und in der nacht redet er mit gott und der welt - counterstrike - und er ist im clan - und er ist schon sehr wichtig in diesem clan.
essen holt er sich zum pc. vernünftig reden kann man nur, wenn er gerade aufwacht, ansonsten könnte man neben ihm tot umfallen, er merkt es nicht.
internet abdrehen, weg nehmen etc. wurde alles schon probiert. nach wochen der vernunft verfiel er umso mehr.
das einzige womit man ihn weg lockt ist, wenn er einmal in der woche mit einer band schlagzeug spielt.
ohne net hat er komponiert, gitarre und schlagzeug gespielt.
ich wage es nicht noch mal das net abzudrehen, er hat mir schon sehr viel zerstört, oder wurde verbal aggressiv. jegliches reden nützt nichts.
ich habe auch schon keine freude mehr am leben, mag nicht mehr in dieser siuation leben. es ist nicht einfach zuzusehen wie ein fescher kluger junger mensch sich nicht mehr wäscht, seine zähne nicht putzt und seine sportliche körperhaltung allmählich zu einer krummen wird. um richtig zu sein, er wäscht sich immer dann, wenn er zur band geht.
wer weiss da rat - die suchtambulanz haben wir auch schon aufgesucht, doch leider wurden jegliche vereinbarungen nie und nimmer eingehalten.
so................ wie komme ich an meinen sohn ran? |
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Alex [IPOS]
Anmeldedatum: 01.03.2007 Beiträge: 29
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Verfasst am: 28.01.2009, 20:57 Titel: geh eventuell einen überraschenden weg |
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Hallo!
Herzlich willkommen bei uns im Forum.
Ich habe morgen einen wichtigen Tag auf der UNI, deswegen leider nur eine kurze Antwort.
Mein Ansatz wäre ein für dich wahrscheinlich sehr schwieriger. Informier dich ein bißl über Counterstriker. (aber nicht auf den "böses ballerspiel seiten). Sondern schau eher in Richtung "eSport Liga", "beste clans", "Taktiken in Counterstrike". Das Spiel ist in meinen Augen eine modernes Schach, überhaupt wenn man es eben, so wie dein Sohn, im Clan spielt.
Weißt du wie gut dein Sohn ist? Spielt er bei Turnieren mit? Oder rein als Hobby daheim?
Falls er bei Turnieren spielt:
Probiere ihn davon zu überzeugen, dass er nur soviel trainieren muss wie wenn er eine normale Sportart ausübt. Also im Profibereich bei einer Randsportart, Nebenberuflich, 3 Stunden pro Tag (ist noch immer "nicht wenig", aber notwendig). Alles über diese 3 Stunden Training ist auch aus sportlicher Perspektive des eSports nicht mehr als positiv anzusehen. Da hilft es mehr wenn er - so wie die anderen Sportler auch - sich anderen Dingen zuwendet. Sei es jetzt geistiger Sport, realer Sport (laufen gehen, fitnesscenter) etc... oder einfach "ausspannen", bzw wieder mehr Musik machen.
Die Balance macht es aus, durch eine gelungen Balance wird auch sein Spiel besser. (Was einerseits stimmt, andererseits auch ein gutes Argument ist warum er weniger spielen sollte).
Ich schreibe gerade meine Diplomarbeit im 2. Studium über eSport und kenne mich daher ein wenig aus ;o). (siehe www.esport-research.at).
Den Konnex zur Onlinesucht stelle ich aber hier in dem Beitrag nun das erste Mal öffentlich her. (Auch wenn er natürlich in Gesprächen schon öfters gefallen ist).
Fazit:
Falls er bei Turnieren mitspielt dann zieht sicher das Trainingsargument
Ist er reiner Hobby Spieler, dann ist das zu viele Spielen, insb. das Vernachlässigen der Hygiene etc... ein Fluchtverhalten (wovor auch immer).
Aber es hilft wahrscheinlich schon wenn von deiner Seite ein umdenken geschieht (auchw enn es wie gesagt super schwer wird), du mit ihm über das Spiel redest, die zeigen lässt wie er spielt und mit wem er spielt etc...)
Dein Sohn ist dann sicherlich super verwirrt und weiß am Anfang nicht was er tun soll. Aber es hat auf jeden Fall einen positiven Effekt wenn das Spiel plötzlich als "Spiel" und nicht als "Negativobjekt" zum Gesprächsthema wird....
sodale, ich muss mich leider wieder auf morgen vorbereiten,
Tippfehler bitte zu entschuldigen, sitze mit meinen großen Fingern hinter einem Mini-Mini PC ...
Alex |
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BerndD [IPOS]
Anmeldedatum: 20.02.2008 Beiträge: 47
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Verfasst am: 27.02.2009, 11:30 Titel: Hallo Maggy, |
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ich habe deinen Beitrag gelesen und denke es ist verständlich, dass die derzeitige Situation sehr belastend für dich ist.
Was ich an erster Stelle sehr begrüße, ist, dass du schon Suchtberatungsstellen aufgesucht hast. Das war sicher kein einfacher Schritt, aber anhand deiner Schilderungen, notwendig. Mich würden diesbezüglich aber gleich einmal ein paar Dinge interessieren:
Welche Erfahrungen hatten die Suchtambulanzen mit dem Bereich Internetsucht? Welche Vereinbarungen wurden getroffen (und zwischen wem)?
Es ist natürlich schwierig in einer derartigen Situation wieder einen produktive und angenehme Gesprächsbasis zu finden. Du wirst von vornherein für ihn diejenige sein, die sich gegen das von ihm gelibete Verhalten ausspricht, auch wenn du einen neutralen Zugang versuchst. Trotzdem finde ich den Weg zu einer professionellen Hilfseinrichtung zu gehen richtig, da man dadurch die Möglichkeit erhält, in einem neutralen Setting unter Anleitung das ganze Thema aus verschiedenen (vlt. auch neuen) Blickwinkel zu beleuchten.
Im Umgang mit ihm zu Hause ist es natürlich ungleich schwieriger, hier sind die Rollen klar verteilt und man rutsch permanent in alte Kommunikations- und Verhaltensmuster dem anderen gegenüber. Der Ansatz den Alex beschrieben hat, würde ich auf alle Fälle ausprobieren. Wie sieht sich dein Sohn hinsichtlich des Spiels selbst. Ist es für ihn ein Hobby mit Vereinscharakter, bei dem er regelmäßigen Verpflichtungen nachgehen muss oder ähnliches. Auf dieser Ebene kann man dann auch einen (wertfreien!) Austausch suchen um so wieder Zugang zu erlangen.
Zentral ist, dass man nicht das Spiel bewertet. Versuche dich und deine Gefühle zu beschreiben. Sprich offen Ängste, Befürchtungen, Gefühle etc an. Sprich über die Zukunft mit ihm, welche Pläne er hat und wie er sich die nächsten Jahre vorstellt.
Es ist eine schwierige Situation, aber du darfst auch nicht daran zerbrechen. Er ist 18, somit mündig und kann im Prinzip tun und lassen was er will. Das bedeutet aber auch, dass er nicht nur Rechten, sondern auch Pflichten hat. Wenn er zurzeit seinen Zivildienst leistet (ich denke mal auch dort wird er Probleme bekommen, wenn er so weiter macht) und keine Ausbildung mehr macht, dann bist du auch nicht mehr für seinen Lebensunterhalt verpflichtet. Was in seiner konsequentesten Betrachtung hart scheint, lässt aber durchaus auch Zwischenstufen zu, mit denen man auf kooperativer Basis versuchen kann, Vereinbarungen zu treffen. Prinzipiell ist er nur mehr Gast bei dir. Du musst dich nicht mehr um ihn kümmern. Wenn er also weiterhin auf seinen jetzigen Lebensstandard nicht verzichten will, dann muss er auch etwas dafür leisten. Wie diese Vereinbarungen im Detail aussehen, bleibt dir überlassen. Treffe aber nur Vereinbarungen, deren Konsequenzen du bei Nichteinhaltung von seiner Seite auch bereit bist zu tragen. Ansonsten wirst du unglaubwüdig.
Vereinbarungen meine ich z.b.: "Miete" bezahlen; für sein Essen selber aufkommen; das Internet nicht abdrehen, aber wenn er es benutzen will, dann muss er auch etwas dafür tun ...
Das sollen nur Anregungen sein und sind natürlich an eure spezielle Situation anzupassen. Der Gedanke dahinter ist ein Einfacher: Du bist unzufrieden mit der Situation, trägst sie aber (verständlicherweise) mit. Solange er alles hat, was er braucht, wird er alle anderen Unannhemlichkeiten (Streitgespräche etc.) gerne in Kauf nehmen, im Endeffekt bleibt der status quo erhalten, also besteht für ihn kein Grund etwas zu ändern.
Ich hoffe ich bzw. wir konnten dir ein paar Denkansätze geben. Wie oben bereits erwähnt, stellt das Aufsuchen von professionellen Hilfseinrichtungen prinzipiell angebrachte Schritte dar, auch wenn sich eine Veränderung nur langsam herbeiführen lassen wird. Die Situation in der ihr euch jetzt befindet, wird nicht von heute auf morgen eingetreten sein und genau so wird sie sich auch nicht von heute auf morgen auflösen lassen.
Würde mich freuen, wenn du uns ein wenig auf dem Laufenden hälst, wie sich die Situation bei euch entwickelt und wünsche dir alles Gute,
freundliche Grüße
Bernd |
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maggy
Anmeldedatum: 28.01.2009 Beiträge: 3 Wohnort: wien umgebung
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Verfasst am: 01.03.2009, 23:58 Titel: |
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danke für das lange schreiben. es ist alles unverändert. er sitzt und redet in der nacht ohne rücksicht darauf zu nehmen, dass ich arbeiten muss. seinen zivildienst hat er unregelmäßig besucht, strafe auch gezahlt.
ich versuche jetzt eine familienaufstellung zu ´machen, da man mir angeraten hat diese zu tun. ich kann angeblich so feststellen wieso martin so ein verhalten hat-wir werden sehen.
leider habe ich den rat mich neutral zu verhalten nicht durchgehalten, ich versuche es wieder, aber es ist nicht leicht.
mein herr sohn ist auch nicht bereit auszuziehen oder sonstwas.
er brüllt mit mir, wenn ich ihn bei seinem spiel störe - heute ist er von seinem sessel schon stundenlang nicht aufgestanden. ich frage mich, wann wird es ihm endlich zu blöd auf 1m2 zu sitzen und immer ins kastl zu starren.
die suchtberatung hat vor monaten nicht viel gebracht, da junior nichts gemacht hat, was er dort versprochen hat.
jetzt bin ich noch nicht hingegangen, da ich zuerst die familienaufstellung mache aber wenn ich ehrlich bin, ich habe schon auf nichts mehr lust. nicht mal mehr in meinem zuhause zu wohnen.
bis dann, maggy |
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BerndD [IPOS]
Anmeldedatum: 20.02.2008 Beiträge: 47
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Verfasst am: 02.03.2009, 10:20 Titel: Hallo Maggy, |
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Danke für deine Antwort. Alles Gute für die Familienaufstellung, ist wirklich eine Möglichkeit eine neue Sichtweise auf die Thematik zu bekommen und ich hoffe sie hilft dir.
Liebe Grüße,
das IPOS-Team |
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