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Haltet Ihr mich für süchtig?

 
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Richard



Anmeldedatum: 20.12.2008
Beitr�ge: 1

BeitragVerfasst am: 20.12.2008, 16:55    Titel: Haltet Ihr mich für süchtig?

Hallo,

Ich heiße Richard (16 jahre jung) und möchte euch gerne meine Geschichte erzählen.

Ich habe vor ca. 2 Jahren angefangen in die Welt von Warcraft einzutauchen. Diese Spiel faszinierte mich von Anfang an, auch heute noch. Nach der Hauptschule also, kam ich in die HAK, diese vermieste ich mir aufgrund von WoW, da spiele ich täglich ca. 5-8 Stunden.
Derzeit spiele ich weit nicht mehr soviel, da es einiges an Reiz verloren hat.
Ich kann nicht sagen ob ich süchtig bin. Was man hier so liest, wäre ich wahrscheinlich süchtig.

Ich spiele sogar manchmal 13 Stunden am Stück, jedoch komme ich rechtzeitig ins Bett und verpasse es auch nicht mit meinem Hund zu gehen.
Meiner Meinung nach bin ich ein erfolgreicher Großhandelskaufmann-Lehrling. In der Berufsschule bin ich mittelmäßig. Ich widme gerade meine Zeit, hier zu schreiben anstatt WoW zu spielen. Ehrlich gesagt, trinke und esse ich auch zu den entsprechenden Zeiten. Letzte Woche Freitags hatte ich Abends Firmenfeier, wo ich auch war.
Das einzige Problem ist, dass ich vor meiner Begegnung mit World of Warcraft kaum Freunde hatte. Auch heute ist es nicht anders. Ich habe eher nur meine Kollegen.
Ich sitze aber ansonsten viel zu Hause, und spiele nicht einmal jeden Tag, vor 2 Wochen spielte ich eine Woche gar nicht.

Vielleicht liegt es auch daran, das meine Eltern eher streng sind, und die auch relativ viel am Internetgebraucht mitreden.

Falls man sagen kann, dass ich süchtig bin, lasst es mich bitte wissen.

Und 1 Frage hätte ich noch:
Wenn ich süchtig bin, aber nicht ganz zu spielen aufhören will.
Wie sollte sowas gehen?

Gebt mir Rat.

Lg

- Richard
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Ramona [IPOS]



Anmeldedatum: 05.03.2007
Beitr�ge: 38
Wohnort: Kärnten

BeitragVerfasst am: 22.12.2008, 12:49    Titel:

Hallo Richard,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag.
Es ist verhältnismäßig selten, dass sich Menschen hier "öffentlich" Gedanken dazu machen, ob sie süchtig bzw. suchtgefährdet sind.

Gleich mal vorweg für dich eine grobe Entwarnung: Ich finde nicht, dass dein geschildertes Verhalten bereits als Onlinesucht gilt.

Du beschreibst deine Situation ja schon sehr gut: es gibt Phasen in denen du recht viel WoW spielst, und dann gibt es wieder Phasen wo du einfach mal ne Woche gar nicht spielst.
Solange es ausgewogen bleibt, und du darüber nicht die Kontrolle verlierst, passt das auch. Gerade WoW (und ja, ich spreche hier auch aus Erfahrung), verschling unmengen an Zeit. Das hast auch du bereits erkannt: schwup di wup- schnell ins AH... und äh... Mist- schon ne Stunde vorbei, und eigentlich wollte man doch dort noch die 2 Quests machen...

Empfehlen würde ich dir, deinen Phasen nachzugeben. Soll heißen: wenn dich WoW gerade nervt, lass es. Ich kann dir sagen, deine Chars und dein Acc gehen nicht verloren, wenn du über 1 Jahr nicht spielst Smile Wieso also nicht mal einige Wochen "frei nehmen"? Spart Geld, gibt Zeit für andere Dinge, und wenn du dann vielleicht noch nen Freund hast, der dir die "Wiederauferstehungsrolle" spendiert, zockst du 10 Tage gratis und er bekommt 30 Tage geschenkt. Gar nicht schlecht eigentlich, oder?

Gerade vor den Addons erging es mir zb so, dass ich keinen Bock mehr hatte: 3 Chars auf 60/70, epic equipt, die Leute nerven einen manchmal... also einfach mal Pause machen.

Was die Spielephase angeht ist es vor allem wichtig, dass du deine realen Ziele nicht aus den Augen verlierst. Und gerade Schule birgt sehr viele in "kurzer" Zeit: Prüfung hier, Test dort, Schularbeit da.
Ich hab mir solche Dinge immer nach dem Belohnungsprinzip eingerichtet: daheim um 14 Uhr, Mittagessen, HÜ und lernen bis 17-18 Uhr. Und dann war von 18 Uhr an gemütlich Zeit für alles andere was mir Spass machte. Überleg dir mal, ob du deine Zeit die du am NM hast gut einteilen kannst, damit die Schule und WoW gut mit einander vereinbart werden können.

Was Freunde und Kollegen angeht ist das so ein bisschen zweischneidig.
Einerseits denk ich mir, ist das kein Problem wenn man nicht 20 gute Freunde hat, 50 Bekannte, und 100 andere Kollegen die man trifft. Ich selber hab eine handvoll sehr gute Freunde, viele Bekannte und meine Kollegen. Ich für mich, differenziere das auch sehr stark.
Die Frage ist, ob du dich unwohl fühlst in deiner Situation?
Ingame wirst eine Menge Leute kennen, wo ein Teil eher Bekannter und ein Teil eher als Freund zählt. Diese Leute fallen für mich auch schon in den Bereich "ich habe Freunde". Da verkennt meiner Meinung nach die Gesellschaft ein paar Dinge Rolling Eyes Jedoch sind realweltliche Freunde sehr wichtig um auch in realweltlichen Belangen Unterstützung zu haben.
Und sei es nur, dass man mal auf ein Getränk geht, um über die Schule oder Kollegen oder die Eltern abzuquatschen. Von Mädls kennenlernen bzw. Partnerfindung im Allgemeinen mal ganz abgesehen (ja, man kann natürlich auch übers Web die richtige Freundin finden).


Mich würde interessieren, wie du dich selbst wahr nimmst:
Wie fühlst du dich so in deiner Realität?
Was fehlt dir? Was findest du klappt gut (Job hast du zb schon mal erwähnt)? Was würdest du vielleicht gerne ändern?
Was machst du noch, außer WoW (kochen, sporteln, lesen,...) bzw. was hast du davor getan?
Würdest du Dinge besser schaffen, durch bessere Zeiteinteilung?


Soweit ein paar meiner Gedanken dazu,
Liebe Grüße,
Ramona
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BerndD [IPOS]



Anmeldedatum: 20.02.2008
Beitr�ge: 54

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 14:15    Titel: Hallo Richard,

jetzt wo der ganze Weihnachtstrubel vorbei ist, schreibe ich auch mal eine kleine Antwort.

Wie es scheint bist du ein wenig in der Zwickmühle, wo du mit deinem WoW-Gebrauch stehst und was du davon halten sollst.
Ramona hat ja schon einiges vorweggenommen, ich denke das wichtigste ist, du musst dich selber fragen, wie zu deinem Internet- bzw. WoW-Gebrauch stehst. Fühlst du dich unwohl, hast du manchmal Schuldgefühle, wenn du (lange) spielst, setzt du realweltliche Schwierigkeiten in Zusammenhang mit deinem Spielverhalten, haben Mesnchen aus deinem Umfeld Probleme mit deinem Spielverhalten etc. Wenn WoW Grund bzw. Ursache für dich für so manche realweltliche Problemsituation darstellt, dann würde ich das an deiner Stelle ernst nehmen und mir überlegen, wie ich das ändern kann. Sollte es dir trotz eines Leidensdruckes auf Grund deines Internetgebrauchs (ich verwende am liebsten den Begriff Internetgebrauch, was ja auch WoW-Zocken einschließt) nicht möglich sein, dass du etwas daran änderst, dann solltest du überlegen, ob du nicht besser eine professionelle Hilfe aufsuchst um aus der für dich belastenden Situation heraustreten zu können.

Ansonsten würde ich sagen, mach dich nicht selber verrückt. So wie du die Situation schilderst, hast du deinen WoW-Gebrauch gut im Griff. Du kommst auch Tage ohne WoW aus, wenn es gerade nicht passt. Auch die Tatsache, dass du manchmal zig Stunden am Stück spielst, ist nicht unbedingt ein Anzeichen einer Suchtgefahr bzw. einer Sucht. Hierbei ist die Beobachtung wichtig: Vernachlässige ich andere für mich wichtige Lebensbereiche oder Menschen auf Grund meiner langen Onlinezeiten oder habe ich einen Samstag für mich und den nutze ich mit WoWspielen. Wenn man vor hat nur 5 Stunden on zu sein und es werden dann immer 10 oder mehr Stunden und das passiert einem oftmals, dann sollten die Alarmglocken läuten, wenn dem nicht so ist, sondern einfach der Wochenendtag mit WoW verplant ist, dann kann man sich schon auch die Zeit dafür nehmen.

Bezgl. deines Freundeskreises ist es eine Entscheidung, die nur du treffen kannst. Du schreibst, dass sich bei deinen sozialen Kontakten auf Grund des WoW-Gebrauchs nichts geändert hat. Wenn du das für dich nicht in Verbindung setzen kannst, dann ist es auch nicht problematisch. Schwieriger ist es natürlich reallife Kontakte über seine virtuellen Kontakte aufzubauen, da v.a. auch bei WoW oftmals eine sehr große geografische Distanz zwischen den einzelnen UserInnen vorherrscht. Ist die Freundessituation belastend für dich, dann solltest du überlegen, wie es besser aussehen würde. Was hast du vor dem abendlichen WoWzocken gemacht. Vielleicht hattest du irgendwelche Hobbys, bei denen man andere Menschen trifft. Vielleicht gehst du wieder einem Hobby nach und kommst so in Kontakt zu anderen Leuten oder es gibt bei der Arbeit wen, mit dem du sehr gut kannst und man macht sich auch mal nach der Arbeit etwas aus.
Entscheidend ist, es muss für dich stimmig sein. Ist die jetzige Situation passend für dich oder hast du das Gefühl es fehlt dir was. Je nachdem überleg dir Alternativen oder eben auch nicht.


Ich hoffe ich konnte dir ein wenig Denkanstöße vermitteln. Ich würde mich freuen, wenn du uns irgendwann in der Zukunft informierst, wie du die ganze Sache nun für dich siehst und wie es dir ergeht. Wünsche dir auf diesem Wege auch einen guten Rutsch ins neue Jahr 2009,
mfg
Bernd D.
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Flo



Anmeldedatum: 09.01.2009
Beitr�ge: 16
Wohnort: Waltershausen

BeitragVerfasst am: 09.01.2009, 18:49    Titel:

Ich würde auch nicht sagen das du Süchtig bist, aber du bist auf dem Weg dahin denke ich. Ich habe selbst 2 Jahre WoW gespielt und kann sagen, wenn man grad eine schwere Zeit durchmacht( wie du sagtest mit Freundn klappts grad nich so) ist man besonders anfällig für onlinegames. So ähnlich hats auch bei mir angefangen, meine Freundin hat Schluss gemacht und wir waren echt ein dremteam Smile seitdem war ich dauerschlechtgelaunt. Und durch WoW hab ich diese Phase überspielt. Mir wurde oft von meinen Eltern gesagt: willst du nicht mal rausgehen?, warum sitzt du denn den ganzen tag vor dem PC?. Aber das war egal, ich hatte endlich mal wieder Freude an etwas. So hab ich mich voll in das Spiel eingelebt und WoW meinem ganzen Leben angepasst. den Rest kann man sich denken, kontake zu freunden augegeben etc. , ich hab sehr oft versucht davon los zu kommen, weil dir nach ner weile doch ein wenig dein altes leben fehlt, aber kaum war ich wieder im richtigen Leben hab ichs wieder zu locker genommen. ich war ständig im wechsel zwischen wow und der realen welt, das macht dich natürlich kaputt mit der zeit, ich hatte nur das glück das is sehr gute freunde und familie hab die mir geholfen haben.
du spielst vieleicht mal nen paar wochen nicht, aber wie du sagst du willst dich nicht davon trennen, das ist für mich ein eindeutiges zeichen. ich glaube du musst nur erst verstehen das du das gefühl von wow(also das glück was man beim spielen empfindet) auch in der realität haben kann, das war mein ganzes problem. Und jetzt fällt es dir noch leicht, deine Eltern wolln dir nix böses, wenn sie dir den i-net hahn zu dregen Smile. ich wünsche dir das dir das erspart bleibt

liebe grüße Flo
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Sandy



Anmeldedatum: 06.07.2010
Beitr�ge: 10

BeitragVerfasst am: 09.07.2010, 09:27    Titel:

Schau mal, ich hab hier eine kurze Definition zum Thema "Sucht" gefunden:

Sucht ist das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums .

So wie du deine Situation schilderst, sieht es nicht so aus als könntest du dein Verlangen nach dem Spiel NICHT abweisen!!!! Deshalb denke auch ich, dass du nicht süchtig bist und alles noch ganz gut im Griff hast!

Und das mit den sozialen Kontakten, muss ja nun nicht unbedingt mit dem PC-Spielen zu tun haben!!!!

Vielleicht denkst du einmal über ein Hobby/Sport nach?! Nach meiner Erfahrung findet man da ganz guten Anschluss und es ist eine alternative Beschäftigung!

Viele Grüße!
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