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Mein Mann ist seit vier Jahren Internt süchtig!

 
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kebri1



Anmeldedatum: 15.12.2008
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BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 16:41    Titel: Mein Mann ist seit vier Jahren Internt süchtig!

Hallo

Schade, dass hier schon so lang nichts mehr geschrieben wurde, hätte mich gern mit eingeklinkt. Wie dem auch sei, so muss ich wohl selber hinstehn mit meinem Problem:

Vor ein paar Wochen, als ich merkte, dass mein 15 jähriger Sohn dem WoW-Spiel verfallen ist, konnte ich ihn mit vielem drüber reden, viel Überzeugungsarbeit, aber schlussendlich auch knallharter Konsequenz (Computer bis Weihnachten weggesperrt und WoW-Account gelöscht), davon wegbringen. Hoffe, es gibt dann keinen Rückfall, aber ich bin auf der Hut und werde wachsam sein....

Warum ich aber eigentlich schreibe ist, weil mein Mann (Dr. der Mathematik) seit vier Jahren (seit er Internet-Anschluss hat) mit derart steil zunehmender Tendenz Internet süchtig ist, dass es nun wirklich keine Steigerung mehr gibt. Denn bei gerade mal 15,6 Stunden pro Woche Arbeitszeit (die er allerdings nicht vernachlässigt!), verbringt er den gesamten Rest der Zeit non-stop unterm Laptop liegend auf dem Bett. Seine drei Söhne, die er sich heiss ersehnt hatte, überlässt er auch, völlig sich selber. Ich arbeite zwei ganze Tage pro Woche und in diesen Tagen würden die Kinder, hätte ich den Computer nicht weggenommen, ebenfalls wie er davor verkommen. Er krümmt nicht mal den kleinen Finger für den Haushalt. Muss dazu sagen, dass er immer schon (bin seit 17 Jahren mit ihm zusammen) soziopathische Züge und vermutlich ein Asperger-Syndrom hat, was natürlich die Sache erschwert.

Ob im Guten, im Bitten, im Drohen, im Ausflippen, mittels Versuch ein Abkommen zu machen, er ist gänzlich resistent gegen alles. Er verwahrlost zwar nicht körperlich, aber dennoch ist er tatsächlich mittlerweile als asozial einzustufen.

Bleibt mir zum Wohle der Kinder, diesem verdammt schlechten Vorbild (am Computer zu verkommen und nichts im sozialen Bereich leisten zu müssen) zu entkommen, wirklich nur die Trennung? Ich habe das Gefühl in der Erziehung meiner Söhne gegen Windmühlen zu kämpfen. Oder ist so ein Negativ-Vorbild nicht sooo schlimm, wie ich es momentan sehe?

Für Anregungen, Beiträge und ähnlichem bin ich wirklcih sehr dankbar.

Lieben Gruss
Kebri
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Alex [IPOS]



Anmeldedatum: 01.03.2007
Beitr�ge: 31

BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 17:55    Titel: Hallo Kebri

Danke für deinen Forumsbeitrag,

Weißt du, was dein Mann im Internet macht? Spiele? Chatten? Surfen? Ob er die Dinge "geplant und mit absicht" macht, oder sich sozusagen "einfach treiben lässt?.

Hat er Freunde die er im Internet trifft um sich über "seine Themen" auszutauschen und fühlt er sich dann wohler als "in der echten Welt"?

liebe Grüße

Alex
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kebri1



Anmeldedatum: 15.12.2008
Beitr�ge: 5
Wohnort: allgäu

BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 18:18    Titel:

Hallo Alex (sorry, aber bist du Mann oder Frau?),

mein Mann schreibt seit 13.11.06 aktiv in einem Motorrad-Forum mit. Weil er voll pedantisch ist und den Anspruch an sich erhebt, möglichst sinnvolle Beiträge zu schreiben, braucht er extrem lange, um einen Beitrag zu posten. Mittlerweile schrieb er 3344.

Er hat einen dieser Forumsmitglieder einmal besucht, sucht aber seitdem keinen realen Kontakt mehr. Er lebt lieber im Anonymen, da er wie gesagt soziopathisch (die Gesellschaft von Menschen meidend) gelagert ist. Die Gesellschaft anderer Menschen hat ihn immer schon sehr gestresst und kosten ihn viel Energie.

Ansonsten surft er auch sehr viel und exzessiv im Internet, hatte auch ein besonderes Faible für Sex- und Pornoseiten, was für mich ein Anschlag auf meine Weiblichkeit darstellte und ich deshalb vor über einem Jahr ihn vor die Wahl stellte, entweder dieses Forum und das Internet oder einer Beziehung zu mir bzw. der Familie. Er hat nicht lange gezögert, mich mit einer Eiseskälte angesehen und gemeint, er müsse nicht lange überlegen und die Antwort laute Forum.

Seither bin ich konsequent auf Abstand. Wir leben unter einem Dach, er im Wohnzimmer, ich im Schlafzimmer und spiele die Haushälterin. Wir kriegen ihn kaum zu Gesicht, da er meistens eingeschlossen im WoZi unterm Laptop hängt.

Mit einer Frau aus dem Forum hat er mittlerweile eine erotisch angehauchte Mail-Beziehung.

Eine Beziehung mit ihm ist mir nicht mehr möglich, dafür sind zu viele Gefühle den Bach runter. Aber ich möchte wenigstens, dass er den Kindern ein ordentliches Vorbild ist. Muss noch dazu sagen, dass ich nicht ausziehen kann, da wir sehr komplizierte Verträge abgemacht haben, die mir ein Weggehen finanziell unmöglich machen.

Wie sind denn die Erfahrungen, die bisher gemacht wurden bei Online süchtigen? Kommen die nach einer gewissen Zeit, der sozialen Verwahrlosung und seelischen Isolation alle selber wieder auf die Beine? Oder gibt es tatsächlich Menschen, die ihr Leben lang so verkommen?

Gruss
Ingrid
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kebri1



Anmeldedatum: 15.12.2008
Beitr�ge: 5
Wohnort: allgäu

BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 18:20    Titel:

Ach ja, hab noch vergessen: Er kommt nach Hause, dockt am Internet an, wie an einem Magnet, kommt nicht mehr davon weg, bis ihn der Gang zur Toilette oder der Hunger raustreibt.

Er surft, wenn er nicht im Forum schreibt/liest, wahllos im Internet, kommt vom Hundertsten zum Tausendsten. Er treibt, hat es sicher schon lange nicht mehr im Griff.

Gruss
kebri
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Ramona [IPOS]



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Beitr�ge: 38
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BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 20:34    Titel:

Liebe Kebri,

ich muss sagen, ich bin selber grad etwas baff über die Dinge die du geschildert hast. Klang dein erster Beitrag noch mehr nach: der mann verbringt definitiv zu wenig zeit und energie mit wirklich wichtigen dingen wie seine söhne und das gemeinsame familienleben, relativierte sich das meiner meinung nach drastisch mit der information, dass er dein "entweder ich oder das sex forum" ultimatum einfach ausgeschlagen hat. von der tatsache dass ihr seither bereits getrennte wege geht, mal ganz abgesehen.

weißt du, mich würde interessieren ob er deine hilferufe überhaupt wahr nimmt...
wie reagiert er, wenn du im ruhigen, normalen ton, zb beim essen- vielleicht auch mal möglich ohne der kids(?) über die zukunft der kinder sprichst. gar nicht mal über eure, einfach mal nur die dinge, die er sich für seine kinder vielleicht denkt oder wünscht...
was sagt er da?

kannst du mit ihm überhaupt so ein gespräch führen? du erwähntest etwas von ansätze des aspergas syndrom und soziopathie... ist das medizinisch belegt, oder irgendwie deklariert? oder glaubst du eher an sowas, da er sich einfach verschließt und nicht sprechen möchte?
ich denke auch das ist sicher ein zu beachteneder aspekt.
ist er wirklich krank, dann glaub ich wirds so schon mal schwerer an ihn heran zu kommen- ganz egal womit.

also mich würde interessieren, wie ein von dir normales gestartetes gespräch funktioniert... was er so sagt, wie er denkt...

gibt es noch andere menschen (eltern, familie, freunde) in eurer umgebung denen er vertraut und mit denen er gerne kontakt hält?




summa sumarum muss sich auf jeden fall etwas ändern. du kannst nicht alleine das rad an eurem leben sein, welches alles am laufen hält. es gibt sicherlich momente im leben, wo das so sein kann und muss, aber es ist nichts für die ewigkeit.
und ihr habt euch bereits von einander distanziert, indem ihr nicht mehr gemeinsam einschläft und du selbst beschreibst, dass deine gefühle derzeit irgendwo im keller sind.
horch auch mal in dich hinein, wie es dir gerade geht.
weißt ich denk, du bist sicherlich eine wahnsinnig starke und ausdauernde frau, aber wenn du dich selbst aufgibst, indem du dich "deinem schicksal zum wohle der kinder beugst" machst du vielleicht mehr falsch als richtig. damit will ich sagen obs nicht schlauer wäre, dass zb du mit den kids ein gemeinsames leben lebt, wo du defnitiv weißt, es ist deine verantwortung und deine erziehung, die aus ihnen eigenständige, intelligente, liebenswürdige, "normale" menschen macht. weil du die kraft für die kleinen hast... weil du die kraft für dich hast... weil du dich nicht ärgern musst über sein verhalten, über die sexuelle und partnerschaftliche zurückweisung, etc...
.... das tut alles einfach so weh... und du brauchst liebe, jeder mensch, braucht liebe und vertrauen. nur weil ihr als vater, mutter, kind zusammen unter einem dach lebt, heißt das nicht, dass ihr es lebt... und du bist einfach so viel mehr, als nur die haushälterin. auch für deine kleinen.


vielleicht magst du ja mehr über deinen mann und dich erzählen.
eure "beziehung" hast du bereits kurz beleuchtet.
wie sieht es mit der zu den kindern und anderen familien mitglieder aus?


liebe grüße,
Ramona
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kebri1



Anmeldedatum: 15.12.2008
Beitr�ge: 5
Wohnort: allgäu

BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 23:04    Titel:

Liebe Ramona,

ganz herzlichen Dank für deine Empathie, für deine Mühe meine Situation auszuleuchten und auf eine so gesunde Art mir zu raten. Ich bin in einem derart psychisch ungesunden Umfeld, dass es mir schon sehr gut tut, mal die aufrichtige Meinung eines Menschen in normaler Situation zu hören, um mich wieder aufs Gleis zu setzen.

Möchte zuerst noch was richtig stellen: Mein Mann ist nicht in einem Sex-Forum, sondern in einem Motorrad-Forum (aber oft sexistisch angehaucht dort), wo er fast den ganzen Tag drin verbringt. Bevor wir unsere "Räumlichkeiten" trennten und noch eine Beziehung zu einander hatten, hab ich manchmal in seinen Verlauf geschaut, weil ich sehen wollte, wo er sich im Internet derart viel "rumtreibt", und habe dann eben oft 20-30 Sexlinks gesehen, hab dann mal draufgeklickt und fand es zum Abtörnen eklig und ausserdem war dies für mich wie ein massiver Vertrauensbruch.

Hab dies natürlich mit ihm besprochen und obwohl er ein hochintelligenter (leider auch hochattraktiver Mann) ist, ist es nicht möglich mit ihm ein Gespräch zu führen. Er wird schnell beleidigend, geht unter die Gürtellinie, ist grenzüberschreitend, drohte mit Trennung, hat mich lange Zeit voll bewusst gesteuert eingeschüchtert, als ich in totaler Abhängigkeit von ihm lebte, da ich zwei Söhne aus erster Ehe schon hatte (4 und 6 jährig) und dann noch drei Kinder (zum Schluss Zwillinge) mit ihm, so war ich über viele Jahre absolut eingedeckt mit Arbeit. Und er hat mich mit allem immer mehr hängen lassen.

In den fast 17 Jahren, da ich mit ihm zusammen bin, habe ich fast nur gelitten, weil er der erste Mann war (war ich doch schon 31 Jahre als wir zusammenkamen und hatte da bereits viele Männer), in den ich sehr und dauerhaft verliebt war. Dies hatte er aber mehr und mehr ausgenutzt, mich dominiert, unterdrückt, immer schlechter behandelt, seine Machtneurose ausgelebt. Die Machtneurose ist psychologisch belegt! Durch das viele Leiden mit diesem Mann hab ich mindestens ein Psychologie-Studium hingelegt, weil ich in meiner Verzweiflung, was denn da bei uns nicht stimmt, alles gelesen hab, was es an Psychologischem Material zu lesen gab und habe bis vor kurzem gebraucht um seine sogar von ihm selbst eingestandene Soziopathie als Asperger-Syndrom erkennen zu dürfen.

Selbst seine beiden Brüder und seine Eltern haben ihn rausgeworfen, als er sie besucht hatte, weil sie seine Gefühlskälte und Rechthaberei nicht mehr ertragen konnten.

Er sagt von sich selbst, er sei nicht therapierbar. Gehe ich richtig in der Annahme, dass er ein Aspie ist, wäre er auch tatsächlich nicht therapierbar. Nichtsdestotrotz nützen mir all diese Erkenntnisse nichts und mir hat dieser Satz total gut getan und mich eben wieder zu gesundem Empfinden gebracht:

... damit will ich sagen obs nicht schlauer wäre, dass zb du mit den kids ein gemeinsames leben lebt, wo du defnitiv weißt, es ist deine verantwortung und deine erziehung, die aus ihnen eigenständige, intelligente, liebenswürdige, "normale" menschen macht. weil du die kraft für die kleinen hast... weil du die kraft für dich hast... weil du dich nicht ärgern musst über sein verhalten, über die sexuelle und partnerschaftliche zurückweisung,

Ja, wie Recht du hast, Ramona! Es wäre ein erstrebenswerter Zustand, vorallem mal was emotional stabiles für die Kinder und mich. Auch wenn ich dafür das Haus, das ursprünglich meines war und mit dem Erbe meines verstorbenen Vaters von mir allein gekauft wurde, einbüssen muss, wäre es wahrscheinlich schon wert. Mein Mann hat mir mein Haus geschickt abgejudet (sorry für den Begriff, fällt kein treffenderer ein) in einer Notsituation. Wäre zu lang, dies auch noch zu erklären.

Zu deiner Frage: Nein, er nimmt meine Hilferufe nicht wahr. Ich hatte etliche Nervenzusammenbrüche - klar allein mit fünf Kindern und einem Mann, der mich dauernd runtermachte, hab ich schon manchmal durchgedreht und selbst das nahm er nicht wahr, als das was es war, sondern hat mir noch Theatralik, übersteigertes Aufmerksamkeitsbedürfnis unterstellt. Als ich nach meinem letzten schlimmen Nervenzusammenbruch - meine Zwillinge waren 6 Monate - und es kam noch ein akuter Morbus Hashimoto damals dazu, in eine Kur kam und er und meine Mutter zusammen die Kinder managten, meinte er, nach vier Wochen, ich müsse nun nach Hause kommen, ich hätte genug Urlaub gemacht.

Wenn ich nachts nicht mehr aufstehen konnte, wenn ein Kind weinte, weil sich alles in meinem Kopf vor Erschöpfung drehte und ich ihn mal weckte, hab das dann schnell wieder sein lassen, denn er meinte, er schmeisse das Baby jetzt zum Fenster raus, denn das Kind nerve mit Absicht!!! Aber er ist ein hochintelligenter Dr. rer. nat. der mit summa cum laude abgeschlossen hat. Kaum zu glauben. Er ist ein Autist, anders kann dieses Verhalten nicht erklärt werden. Ich könnte ein Buch schreiben über seelische Grausamkeiten, emotionale Vergewaltigungen und wie man dies überleben kann.

Und trotzdem dachte ich, es sei unbedingt zu vermeiden, den Kindern den Vater wegzunehmen....wenn ich mir hier wieder alles beim Schreiben bewusst mache, frage ich mich, warum ich das Haus und den hohen Lebensstandard nicht einfach opfere zugunsten meines Seelenheiles (und das der Jungs natürlich).

Und doch hab ich Angst, trau mich nicht, bin schon mal davon gelaufen...Oh mein Gott, welch eine Scheisse....sorry!

Ingrid
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Ramona [IPOS]



Anmeldedatum: 05.03.2007
Beitr�ge: 38
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BeitragVerfasst am: 16.12.2008, 09:27    Titel:

Liebe Kebri,

im Moment wär es mir selbst grad ein anliegen, dich einfach mal in den Arm zu nehmen. Fühl dich also einfach mal virtuell festgehalten Smile

Du scheinst schon seit sehr langem ein so bewegtes Leben zu führen und hast immer wieder dafür gekämpft. Weil du an dich, deinen Mann und eure Kinder einfach glaubst. Das ist eine wahnsinnig tolle Leistung von der noch viele etwas lernen können... gerade heutzutage, wo scheinbar das Wechseln des eigenen Partners und der Familie zur Tagesordnung zu gehören scheint.
Man soll auch dafür kämpfen, weil es ja auch heißt: in guten wie in schlechten Tagen.

Mir erscheint es aber, dass du schon sehr lange nicht mehr nur kämpfst, sondern überwiegend leidest. 17 Jahre sagst du, seid ihr nun zusammen. 17 Jahre in denen du (bitte korrigier mich wenn ich das falsch verstanden habe) eigentlich schon sehr sehr lange immer schön kleinweise dort hin buxiert wurdest, wo du heute bist.

Wie alt sind deine Kinder heute? Sind sie noch Kinder?
Ich bin selbst ein Scheidungskind, und ja, es war keine schöne Zeit. ABER: mir geht es seither einfach viel viel besser. Keine Diskussionen, Anfeindungen, Streitereien. Keine gefühlte Distanz mehr zw. den Eltern die es irgendwie zu überbrücken gilt, wo man meint, es sei seine Aufgabe...
Deine Kinder sind ja nicht dumm oder gefühlskalt. Auch sie werden schon verstanden haben, wie es um euch steht, was noch funktioniert, was nicht. Und seien es nur so Kleinigkeiten wie ein liebes "Guten Morgen mein Schatz"*bussi*, das fehlt...
Und gerade wenn sie größer werden, Jugendliche sind, ist sowas ja gaaaanz wichtig. Einfach weils so sehen wie Respekt und Liebe in einer Partnerschaft funktioniert. Wird ihnen das nicht vorgebelebt, haben sie es ungemein schwerer es selber jemals wirklich umzusetzen.
Da können sie noch so intelligent und studiert und keine Ahnung was alles sein, aber das habens dann zb nicht gelernt...

Gibt es bei dir in der Nähe eine Frauenberatung oder etwas ähnliches? Warst du schon in einer solchen Einrichtung?
Bei uns in Österreich gibt es solche Stellen, wo man gratis einfach mal hingehen und sich beraten lassen kann.
Gar nicht dahingehend was du nun machst wenn du gehst, sondern einfach mal auch wie du vielleicht damit umgehen könntest.


Ich persönlich finde aber, dass das alles einfach schon lange nicht mehr gut für dich ist. Ich verstehe deine Ambitionen eine Familie zu erhalten, weil es für die Entwicklung der Kinder wichtig ist. Aber eben hier die Frage: wie alt sind deine Kinder schon? Würden die einen Schritt wie zb. eine Trennung denn nicht verstehen?
Weiters denke ich, du bist nun um die 45-50, hast 5 wunderbare Kinder. Aber das alles macht dich irgendwie immer mehr und mehr kaputt. Und nachdem sich dein Mann nicht sehr für die Kids interessiert, liegt es (leider mal wieder) nur an dir, dass es ihnen gut geht.
Er lebt ihnen auch jetzt schon Dinge vor, die einfach nicht gut oder so richtig sind. Ihn zu ändern, funktioniert scheinbar auch nicht, weil er absolut blockt.


Hast du Geschwister oder Eltern? Unterstützen die dich?
Hast du dort etwas Halt und Hilfe?


Eine Trennung fällt keinem im Leben leicht. Man hat ein schönes Haus, die Kinder ihre gewohnte und geregelte Umgebung, etc.
Aber ich sag dir was: halt mal nicht an dem materiellen Dingen da fest. Sollte es zu einer Scheidung kommen, brauchst DU, als erziehende Mutter, immer ein Dach übern Kopf. Da kann dein Mann noch so viel auf dem Haus sitzen, da brauchts nur ein bisschen Glück und er muss gehen. Auch verdient er genügend sodass er für jedes Kind im angemessenen Maße aufkommen muss. Lass dich davon mal nicht einschüchtern. Geld ist wichtig, JA- überlebenwichtig.
Aber es bringt dir nix wenn du absolut unglücklich bist.

Folgende Optionen gibts:
Ihr bleibt eine gemeinsame Familie. Er geht geregelt seinen Dingen und seiner Art und Weise des Lebens nach, du ordnest dich dem ein und versuchst irgendwo einen Ausgleich für dich zu finden um zu bestehen. So, wie du es bis jetzt schon sehr lange durchführst.

Du lässt dich scheiden. Die Kinder haben keinen täglich verfügbaren Vater. Die Frage ist: was wird dadurch schwerer? Was für eine Unterstützung fällt dadurch weg? Was wird leichter? Wie ginge es dir damit? Welche Belastung fällt für dich dann weg?

Du hast noch dein halbes Leben vor dir... Smile
Du wirst einmal liebe Omi sein, und immer ein wichtiger Teil im Leben deiner Kinder. So wie du sie jetzt unterstützen kannst, werden sie auch dich einmal unterstützen... wenn sie das eh nicht schon tun.
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Ramona [IPOS]



Anmeldedatum: 05.03.2007
Beitr�ge: 38
Wohnort: Kärnten

BeitragVerfasst am: 16.12.2008, 09:39    Titel:

Ach und nochwas:
Ich denke, der "Hund" liegt hier noch etwas tiefer begraben, als "nur in einer Online Sucht".

Basierend auf den von dir kurz geschilderten Charakterzügen, ist denk ich das Internet und die Onlinesucht ein Ableger derer.
Dinge, die er realweltlich so nicht umsetzen kann, trägt er dann einfach dort hin, holt sich Bestätigung, sucht Bestätigung.
Gerade auch, weil er wohl auch hochintelligent ist (emotionale Intelligenz hier mal ausgenommen). Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn er so schlau ist, er vielleicht auch vielfach unterfordert ist.
Und er manche Herausforderung im Leben, wie Kinder erziehen, dich unterstützen etc, gar nicht als echte Herausforderung annehmen wollte, weil das für ihn vielleicht Frauenkram ist.

Nur, kann man jemanden der das für richtig erachtet ändern? Wann wird er sich ändern...
Vielleicht braucht es erst einen Schockmoment im Leben, der ihn dann wach rüttelt... vieles hast du ja schon versucht.

Fragt sich nur, was so ein Schockmoment sein könnte...
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kebri1



Anmeldedatum: 15.12.2008
Beitr�ge: 5
Wohnort: allgäu

BeitragVerfasst am: 16.12.2008, 12:46    Titel:

Liebe Ramona,

vielen, vielen Dank für all deine Aufmerksamkeit! Bist du eine Therapeutin? Sich nicht nur gedanklich immer wieder im Kreis zu drehn und andere Impulse zu erhalten, sind wie ich nun feststellen kann, wirklich sehr von Nurtzen. Ich fange nach Lesen deiner Meinung an, neue Gedanken zu entwickeln...

Ich bin seit gestern Mittag in den totalen Streik, in die innere Immigration getreten. Ich habe es satt den Fussabstreifer zu spielen. Meine Kinder (Zwillinge mit 13 Jahren, der nächste 15; und zwei Jungs aus erster Ehe, leben am Bodensee, wo sie studieren, sind 23 und fast 21) können es kaum glauben, fragen was gibts zu essen und ich sage: "Nichts". Auf die Frage warum, sage ich ihnen, dass ich das was sie in Anlehnung an Vaters Vorbild seit Jahren schon können, ich nun halt auch kann. Nämlich einfach nur faul sein, mich meinen Vergnügungen widmen. Ist voll hart für mich da ich gewohnt bin, immer alles tip-top zu haben. Ich rühre nichts an und bin neugierig, wie lange es dauert, dass alles versifft ist. Denn nun sehen alle, was ich tagtäglich leiste und es hat den Vorteil, dass alle mal ne Konsequenz zu spüren kriegen von der endlos gutmütigen dummen Gurke.

Du hast vollkommen Recht, mein Mann bräuchte ein echtes, schlimmes Schockerlebnis (am besten am eigenen Leib) - einige hatten wir davon schon, denn einer der Zwillinge wurde mit 6 Jahren Typ I Diabetiker. Der Schock bei meinem Mann, der ihn mal ein bisschen empathisch, verständnisvoll machte, dauerte gerade mal ein paar Tage. So war das immer. Egal, denke um ihn geht es nicht mehr. Es geht um die Kinder und mich und unser Seelenheil.

Gestern abend hats mich ziemlich runtergedengelt - heute sehe ich wieder besser durch. Werde deinen Rat annehmen und zu einer Beratungsstelle gehen, um auch mal den ganzen finanziellen Dschungel zu durchleuchten. Hab momentan das Gefühl ich muss aktiv werden, etwas machen, denn ich hasse die eigene Opferrolle, war zu lange drin und bin nun regelrecht psychisch allergisch da drauf.

Liebe Ramona, in fast allem was du mir geschrieben und geraten hast, geb ich dir Recht, kann ich annehmen und ist vernünftig - bringt mich weiter! Aber ein tolle Oma werde ich nicht. Zuviele Federn hab ich gelassen, zu viele Jahre Freuden und Vergnügen entbehrt - ich werde die hundsmiserabligste Oma der Nation, denn ich hab mit 5 Söhnen mein Soll erfüllt und werde hochegoistisch in der Welt rumreisen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen Razz Laughing Cool

Weisst du was? Dickes Bussi, hast mich wieder gut aufs Gleis gesetzt. Hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ein paar Postings (sagt man so dazu?) ausreichen um jemanden in seinem seelischen Gefängnis zu erreichen und etwas zu bewirken. Hab nun mehr und mehr das Gefühl, ich möchte nicht mehr für einen sauberen, gut funktionierenden Haushalt kämpfen, sondern meine Energie mal für mich zurückbehalten. Solln die andern mal Federn lassen - auch die Herren Söhne!

Übrigens, normalerweise hab ich ein ganz tolles Verhältnis zu meinen Buben, sie sind schon trotz gequirltem jahrelangen Psycho-Shice Wink sehr verständig (oder gerade deshalb? weil ich immer alles mit ihnen dann bis ins Detail besprochen hab, was vorgefallen ist?) und da ich ein enormer Schmuser bin, haben sie da auch einiges mitbekommen von mir. Egal, wollte dir dies noch mitteilen.

Und auch dieser Satz:

"Ich persönlich finde aber, dass das alles einfach schon lange nicht mehr gut für dich ist"

hat mich nun ermuntert, nochmals hinzustehen, aber für mich. Von meinen beiden älteren Brüdern und meiner Mutter möchte ich keine Unterstützung mehr erhalten, da ich die alle schon so überstrapatziert hab, in der Zeit, wo alle fünf klein waren und ich nur noch am Schwimmen war, um nicht vollends unterzugehen. Die haben jahrelang meine Tränen, meine Erschöpfung aushalten müssen und haben ihr Soll mehr wie erfüllt.

So und jetzt danke ich dir noch einmal von Herzen, werde mich nun aufmachen und eine Beratungsstelle in der Nähe suchen.

So long,
kebri
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Ramona [IPOS]



Anmeldedatum: 05.03.2007
Beitr�ge: 38
Wohnort: Kärnten

BeitragVerfasst am: 16.12.2008, 15:02    Titel:

Hallo again Kebri,

ich freu mich, dass die Dinge die ich dir sage auch weiterhelfen. Das man oft festgefahren ist im Leben, passiert. Von daher ist es oft wichtig neue Impulse von außen zu bekommen, um weiter denken zu können um weiter zu kommen, um etwas zu ändern Smile
Find ich super, wenn dir der eine oder andere Gedanke von mir dabei geholfen hat. Wink

Ja schau mal, was für Einrichtungen es gibt, und wo du welche Info bzw. Hilfe bekommst. Das ist schon mal ein guter Schritt.
Dass du den Herren daheim mal zeigst, wie viel Arbeit du eigentlich abnimmst, ist auch sehr wichtig. Beobachte mal, wieviel Eigendynamik dann mit rein kommt in das Spiel Smile Vielleicht gehen deine Kids auch mal einkaufen... oder machen das eine oder andere auch von sich. Du wirst eh sehen, wo du helfen musst, und was vielleicht auch ohne dich klappt.
Eventuell hast dann auch mal Zeit für Yoga? Fitnesscenter? Schwimmen, Sauna, etc...

Schau mal wies dir geht, die nächste Zeit... und wie dein Umfeld darauf reagiert.
Dass du deine Mutter und deine Brüder mal verschonst, ist kein Fehler... zeig ihnen einfach mal, das du es kannst. Und du wirst sehen, wenn sie helfen möchten und können, tuns das dann auch gleich lieber, weil was weiter geht Smile Die möchten ja, dass es dir gut geht!

Gib bescheid, wenn du mal wieder "fest steckst" Smile
Eine wirkliche Therapeuthin bin ich zwar nicht, aber ich hatte auch eine sehr bewegte Vergangenheit und noch immer Menschen in meinem Umfeld, denen ich unter die Arme greife und somit unweigerlich weiss, wie es einem oft ergeht...

Also- toi toi toi Smile
Ich halt dir die Daumen, und du gibst bescheid, wenn du Unterstützung brauchst.

Alles Gute Smile
Ramona
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Flo



Anmeldedatum: 09.01.2009
Beitr�ge: 16
Wohnort: Waltershausen

BeitragVerfasst am: 09.01.2009, 20:30    Titel:

ich weiß nicht obs dir weiterhilft, aber schau doch mal in das thema: wie ich aus der Sucht kam...

ich war auch süchtig und so kam ich raus,
vieleicht hilfts dir ja

liebe grüße
Flo
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