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Sheryl
Anmeldedatum: 02.02.2008 Beitr�ge: 2 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 03.02.2008, 11:22 Titel: WOW(-Sucht?) = äußerst beziehungs-belastend! |
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Hallo!
Ich lebe in einer Beziehung mit einem WOW-Spieler, der dies intensiv betreibt. Dass die Beziehung dadurch belastet ist, liegt auf der Hand, es vergeht kein Tag, wo nicht WOW gespielt wird. Mein Freund benutzt meist die Abend- und Nachtstunden und das Wochenende zum Spielen.
Vor ca. 1 Monat wurde mir das zu viel, und ich erklärte ihm den "Ausnahmezustand", weil sich etwas ändern muss. Ich fühlte mich in der Beziehung nicht wahrgenommen, das Spiel ging meist Unternehmungen/Gesprächen mit mir vor.
Teilweise kann ich die Faszination WOW ja nachvollziehen (interaktive Elemente), aber es war so, dass er meist mit dem Headset vor dem PC saß, für mich nicht erreichbar war, da ja diese Instanz zu erledigen war, diese PVP-Spiele zu machen, Gildenbesprechungen, usw. Es ist für mich auch sonnenklar, dass es schöner ist, zu spielen, wo einen keine Frau (=ich) annörgelt bzw. wo es keine realen Probleme gibt. Was an der Sache aber wirklich eskaliert ist der Zeitfaktor, Stunden um Stunden vergehen, WOW findet nie ein Ende.... Ich habe daher begonnen die Stunden, die er wöchentlich spielt aufzuschreiben. Er spielt jetzt, wo er geschworen hat, sich zu bessern, ca. 35 Stunden die Woche - das neben einem 40 Stunden-Job.
Daher meine Frage an Experten/Leute mit ähnlichen Problemen:
Wie geht es euch dabei, dass der Partner/die Partnerin so von WOW vereinnahmt wird?
Ab wann kann man von Sucht sprechen?
(35 Std. die Woche sind für mich ein Zweitjob, mein Freund hat einen geregelten Job, es gibt jedoch massive Beziehungsprobleme, und auch seine sozialen Beziehungen (Treffen mit Freunden etc.) sind nicht berauschend viel...)
Ich freu mich auf eure Rückmeldungen!
Sheryl |
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Alex [IPOS]
Anmeldedatum: 01.03.2007 Beitr�ge: 31
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Verfasst am: 03.02.2008, 16:53 Titel: Hallo Sheryl |
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Danke für die Schilderung deines Falles.
Die Indikatoren für Onlinesucht wären in etwa (varieren von Experten zu Experten ein wenig):
- Selbsteinschätzung: Ist sich der User selber bewußt, dass er Onlinesüchtig ist, oder verwendet er diesen oder einen ähnlichen Ausdruck für sich selber, dann ist es wohl so und man muss wege erarbeiten aus der Sucht zu kommen, wieder den PC regulär zu benutzten.
Ist diese Selbsteinschätzung noch nicht eingetreten sind folgende Punkte wichtig:
Leidensdruck und Kontrollverlust:
In deinem Fall wäre das zB so, wenn dein Freund sagt er möchte nur kurz ins Auktionshaus schauen ob sein Item gekauft wurde und er kuschelt sich dann gleich zu dir .... 4 Stunden später wirst du durch eine aufgehende Tür aufgeweckt. Er wollte eigentlich wirklich nur die 15 min spielen. Aber dann bat ihn ein Gildenmitglied um Hilfe in einer Instanz, weil sie unbedingt einen Heiler gebraucht haben. Leidensdruck wäre darauf aufbauend, dass er sich trotzdem bewußt ist, dass er dich verletzt hat und du schon wieder alleine ins Bett musstest.
Entzugserscheinungen
Ihr seids gemeinsam auf Madeira auf Urlaub, macht grad eine Bootsfahrt und er schaut geistesabwesend aufs Meer und wäre gerne in Booty Bay mit seinem Char.
körperliche Veränderung
Dein Freund ist um 10 Kilo leichter / schwerer und ist plötzlich Fan von Vollbärten. Außerdem geht er gebückter und hat keine Kondition mehr.
Fremdeinschätzung
Familie und Freunde sehen schon eine Onlinesucht, der User selber ist aber noch nicht dessen Meinung. In diesem Fall ist auch eine Therapie sehr schwer.
Vernachlässigung der wichtigsten Pflichten
Im schlimmsten Fall kommt er regelmäßig zu spät in die Arbeit und wird gefeuert... spielt danach nur noch WoW und versumpert total, bis er plötzlich auftaucht und alles ungeschehen machen möchte.
So wie du es schilderst ist es nicht so unendlich schlimm. Denn er geht noch seiner Arbeit nach und verdient genug Geld um sich alles leisten zu können.
Das Problem ist wohl der Austausch des Freundeskreises von seinen echten Kumpels hin zu seinen virtuellen Raid-Freunden. Hier gilt die Frage zu klären ob ein virtueller Freund ein Freund ist .... grundsätzlich finde ich dies zwar schon, aber natürlich sind die langjährigen Kumpels wichtiger. Verschimmen kann dies schnell wenn die echten Freunde eh auch in der Gilde sind.
Das was natürlich sehr schlimm ist, ist, dass er dich vernachlässigt!
Ich glaube das hilft einfach nur ein WE offline, mit Gesprächen, einer Versöhnung und einer Lösung die euch beiden hilft.
Ihr müsst rausfinden was er an WoW so liebt. Und Zeiten finden wo er WoW als Hobby nachgehen kann. Ich sag mal 10 Stunden spielen die Woche ist so als wäre er bei einem Mittelklasse Fußballclub tätig. Er soll sich selber überlegen ob die daily PvP Quest wichtig ist, ob er wirklich jedes Epic braucht. Ob er jedem Gildenmitglied beim leveln helfen mag oder nur denjenigen zu denen er schon ein Vertrauensverhältnis hat.
Steht für ihn WoW über seine Familie und dich. Dann ist es wohl das beste ihn mal für ein paar Tage zu schocken und so tun als würdest du die Beziehung beenden. Sieht er dann seine Fehler ein ist es wohl das sinnvollste wenn er mal 2-3 MOnate Komplett-Entzug hat um dann in eine gemütliche 5-10 Stunden WoW Woche wieder einzutauchen und zu sehen, dass es auch in dem Zeitrahmen Spaß macht und man den Char auch gemütlich spielen kann.
Eines sei dir aber gesagt, du bist bei Gott kein Einzelfall ...
vlg
Alex, Ipos - Team
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Yggdrasil
Anmeldedatum: 28.01.2008 Beitr�ge: 3
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Verfasst am: 04.02.2008, 08:04 Titel: |
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Hallo Sheryl!
Sowohl mein Freund als auch ich spielen regelmäßig und eigentlich fast täglich WoW, es stimmt schon dass dieses Hobby sehr viel Zeit verschlingt.
Natürlich ist es immer leichter, Beziehung und Hobby unter einen Hut zu bringen, wenn beide Partner die Interessen teilen. WoW hat den Vor- bzw. Nachteil, dass es sich so von zu Hause und zwischendurch betreiben lässt, im Gegensatz zu Sport zb, den man ja nicht bis mitten in der Nacht machen kann. Ich glaube dass das mit ein Grund ist, warum es Beziehungen so sehr belastet.
Vor längerer Zeit hatten wir auch das Problem, dass bei ihm WoW mehr Priorität hatte als meine Besuche, da konnte ich dann am Wochenende zusehen wie er Instanzen gezockt hat statt die wenige Zeit die wir hatten mit mir zu verbringen. Das hat sich auch 2-3 Monate so hingezogen, obwohl ich ihn mehrmals drauf hingewiesen habe, dass mich diese Situation unglücklich macht. Schlussendlich hab ich keinen anderen Ausweg gesehen und die Beziehung beendet, was mich ziemlich fertig gemacht hat.
Das einzige Glück das ich hatte war, dass es ihm damit nicht besser gegangen ist als mir, und er danach zwar nicht aufgehört hat, aber doch erkannt hat dass ich ihm wichtiger bin als ein Spiel.
Nachdem wir uns distanzbedingt auch nicht so oft sehen können, ist das Spiel für uns auch ein wichtiges Kommunikationsmittel, genauso wie zu vielen anderen Freunden die über Österreich und Deutschland verteilt sind.
Also meine Erfahrungen kurz zusammengefasst:
1) viel spielen und Beziehung funktioniert nur, wenn beide spielen - wenn ihr dieses Hobby nicht teilt, muss er sich eben einschränken
2) oft hilft nur eine Schocktherapie, entweder er besinnt sich oder du bewahrst dich vor einer langen schmerzlichen Trennung - du kennst sicher den Spruch "ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende"
Wenn er virtuelle Erlebnisse realen mit dir vorzieht und nicht reagiert wenn du ihn drauf ansprichst, musst du versuchen, ihn irgendwie wachzurütteln.
Nicht aufgeben! Meine Beziehung hält jetzt seit über 5 Jahren, trotz WoW, also ist es möglich.  |
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Ramona [IPOS]
Anmeldedatum: 05.03.2007 Beitr�ge: 38 Wohnort: Kärnten
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Verfasst am: 08.02.2008, 11:34 Titel: |
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Ich habe gerade in unserem - ich nenns mal salopp "Konkurrenzforum"- einen ähnlichen Fall gesehen, woraufhin der Posterin geraten wurde:
Setze dich daneben und lache ihn aus
... damit er merkt wie scheisse das ist.
Sorry- so sicher nicht.
Grundsätzlich ist es richtig und wichtig das Problem zu klären.
Die Sache ist nur, wie klärt man das am besten.
Ich bin der Meinung, das grundsätzlich nur reine Radikalität angebracht ist.
Hinsetzen und ein Ultimatum stellen.
Er soll sich bewusst sein, dass du dir das nicht mehr lange gefallen lässt, wenn das fortan so passiert.
Mach Vorschläge, was du gerne tun würdest.
Wenn es wieder ausartet das zocken, würde ich demonstrativ meine Sachen packen und gehen- wenn nicht er bis dato eh aufspringt und dich abhält, deine "Drohung" versteht - vorrausgesetzt du hast jemanden wo du hin gehen kannst.
Eine andere Option wäre es- die so einzuteilen das jeder zweite Tag/Abend nur eurer ist und den Rest sich jeder selber einteilen kann mit Hobby, etc.
Grundsätzlicht ist für ihn WoW wahrscheinlich sein Hobby.
Das es in deinen Augen und in vieler anderer aber reines "süchtln" ist, ist wie gesagt Ansichtssache... Wenn er statt dessen 4h im Fitnesscenter abhängt wird es akzeptiert. Oder würde er Stricken, Lesen, Tiere züchten- keine Ahnung.
Sobald sich dies aber zum Lebensinhalt hin entwickelt muss man helfen.
Du solltest also echt mal abchecken wo er steht... WoW = HObby oder Lebensinhalt.
Und danach dann handeln...
Erzähl mal wies dir dabei geht... was rüber kommt?
was du getan hast und wie er reagierte... |
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Sheryl
Anmeldedatum: 02.02.2008 Beitr�ge: 2 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 25.03.2008, 12:20 Titel: Es wird besser... |
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Hallo!
Zunächst mal "Danke" für alle Ratschläge!
Ihr habt mir alle sehr geholfen, ich wollte einfach mal die Meinung anderer (betroffener) hören...!
Ich habe viel nachgedacht über die Beziehung, das Spiel, aber auch über mein Verhalten in letzter Zeit.
Was ich schon bemerkt habe:
Zu den Zeiten, als es mit WoW sehr schlimm war, meckerte ich ständig an meinem Partner herum - was die Flucht in die virtuelle Parallelwelt sicher begünstigte.
Ich versuche daher (auch wenn es mir teilweise sehr schwer fällt, weil ich mich manchmal durch das Spiel noch immer zurückgesetzt bzw. nicht genügend in der Beziehung wahrgenommen fühle) weniger zu nörgeln, und mehr die positiven gemeinsamen Dinge in der Beziehung zu unterstreichen.
Auch mein Partner zeigt sich kooperativ, wir haben nun fixe Zeiten, wo ich weiß, er ist mit seiner Gilde unterwegs, er sagt es mir vorher, und das ist ok. Da kann ich dann etwas anderes machen (Freundinnen treffen, usw.), das stört mich dann nicht.
Wenn er einmal spielen möchte, obwohl das vorher kein fix ausgemachter "WoW-Tag/Abend" war, fragt er meistens. Das ist zwar etwas komisch für mich (weil ich mich wie seine Mutter fühle, die sagt, ob er darf oder auch nicht), aber er zeigt mir dadurch auch, dass ich ihm wichtig bin...!
Ich erkenne bei ihm außerdem, dass es ihm teilweise selber am Nerv geht, weil auch in seiner Gilde gibt es nicht nur unkomplizierte Leute - und er meint dann immer, dass er sich in seiner Freizeit nicht mit Problemen anderer Leute auseinandersetzen will (v.a. wo diese ja zumeist irgendwo in Deutschland sitzen...).
Es geht also bergauf!
Ich wünsche allen Leuten, die in der Beziehung mit einem Intensiv-WoW-Spieler sind, dass sie auch einen Weg finden. Einfach ist es sicher nicht (auch ich wünsche mir manchmal, dass dieses Spiel vom Markt genommen wird...), aber es ist möglich. Das geht aber nur, wenn beide aufeinander zugehen...!
LG
Sheryl |
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Ramona [IPOS]
Anmeldedatum: 05.03.2007 Beitr�ge: 38 Wohnort: Kärnten
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Verfasst am: 25.03.2008, 13:34 Titel: |
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Gratulation dir und ein "gratz" an deinen Freund.
Wenn ihr so eine Basis nun gefunden habt, die für euch beide passt, ist das wirklich super! Viele könnten sich da wohl ein Beispiel nehmen. Und vor allem: das kann ja nur so funktionieren, wenn ihr das auch so möchtet- und zwar gemeinsam!
Dein Freund weiß also sehrwohl das du ihm wichtig bist, eure Beziehung ihm wichtig ist, für ihn WoW auch wichtig ist, aber das er alles unter einen Hut bekommen kann, wenn er es halt mag.
So, passt es für euch beide: er kann WoWn, und du deine Freundinnen sehen. DIe anderen Tage habt ihr dann füreinander. Keiner benachteiligt, keiner der beleidigt sein muss.
Bezüglich der "wie eine Mutter fühlen" Sache bei Ausnahmesituationen, verstehe ich durchaus was du meinst. Umgekehrt geht es ihm aber ähnlich: Er muss ja kleinlaut fragen kommen ob er darf. Für beide unangenehm, ja... aber auch das regelt sich. Es darf nur nie zu einem ewigen "ja mach mal" oder "nein du darfst absolut nicht" sich entwickeln.
Auch das pendelt sich ein...
Auf jeden Fall hoffe ich, dass ihr das so beibehalten könnt
Ich freu mich für dich - für euch!
Alles Gute weiterhin!
Ramona |
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