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Ich habe es geschafft...

 
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Ramona [IPOS]



Anmeldedatum: 05.03.2007
Beitr�ge: 38
Wohnort: Kärnten

BeitragVerfasst am: 07.11.2007, 10:34    Titel: Ich habe es geschafft...

Hallo!

Ich würde mich freuen wenn Leute die es geschafft haben weg zu kommen von ihrer Onlinesucht das hier preis geben und uns vielleicht auch ein paar Tips und Tricks verraten würden.

Vor allem aber denke ich, könnt ihr sehr stolz auf euch sein, das geschafft zu haben! Weiter so!

Freu mich auf eure Beiträge
Her mit euren Erfolgsstories!

Ramona
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ZosHi



Anmeldedatum: 01.09.2007
Beitr�ge: 2
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 11.11.2007, 15:37    Titel:

Also ich kompensiere das ganze gerade mit einer anderen Sucht, die im allgemeinen aber nicht als eine solche anerkannt ist....
Ich habe jetzt eine Freundin die ich nach möglichkeit 24 stunden um mich haben möchte .. so wie früher WC3 und WoW.
Was allerdings passiert, falls mal Schluss sein sollte ... das weiß ich auch nicht... und wenn sie nicht da ist (so wie jetzt gerade), dann spiel ich ab und an doch mal ne Wc3 Funmap Wink
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Titian



Anmeldedatum: 17.04.2007
Beitr�ge: 8
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 30.11.2007, 09:22    Titel:

Hehe cool!
Na hoffentlich bleibt sie lang deine Freundin!!
Liebe ist eh die schönste aller Süchte....

Rolling Eyes
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Sandy



Anmeldedatum: 06.07.2010
Beitr�ge: 10

BeitragVerfasst am: 19.07.2010, 14:19    Titel:

Titian hat Folgendes geschrieben:

....Liebe ist eh die schönste aller Süchte....

Rolling Eyes


Oh, ja, da kann ich dir nur zustimmen! Die Liebe überwindet und besiegt so einiges und süchtig macht se sowieso!
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Holpert



Anmeldedatum: 21.07.2010
Beitr�ge: 1

BeitragVerfasst am: 21.07.2010, 15:04    Titel:

Hallo zusammen,

nachdem hier darum gebten wurde, wollte ich einfach meine Geschichte als kleinen Mutmacher hier aufschreiben. Ich war auch süchtig nach Online Rollenspielen und habe es inzwischen geschafft, davon loszukommen.

Also bei mir hatte alles 1997 mit Meridian59 angefangen. Das war wohl eines der ersten grafischen Onlinerollenspiele im deutschsprachigen Raum. Das Spiel war noch relativ simpel, aber schon dieses Spiel hat mich dazu gebracht immer wieder einzuloggen und ich habe damals schon ein paar Treffen besucht um meine Mitspieler auch persönlich kennen zu lernen. Ich war damals 23 und am studieren. Was hier zu zusätzlichen Problem führte: Es gab noch keine Flatrates, die die Onlinekosten noch erträglich gehalten hätten. Das führte dazu, dass ich drei Monate hintereinander unglaublich hohe Telefonrechnungen produzierte, die ich mir nicht leisten konnte und aus Scham über diese Rechnungen habe ich auch niemanden um Hilfe gefragt, nichtmal meine Eltern. Ich habe also das Geld damals in Raten abbezahlt, was mir aber wenig Spielraum für sonstiges lies. Ich musste das Spielen damit zwangsläufig reduzieren, bzw. bin dann teilweise dazu übergegangen an Unirechnern zu spielen. Dennoch wurde das Spielen dadurch zunächst deutlich weniger. Durch meine Geldknappheit wurden allerdings auch meine Unibesuche immer weniger. Ich wusste in der Zeit auch nicht so recht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Ohne Geld kann man natürlich auch nicht oft ausgehen.
Das Spiel Meridian haben dann immer weniger Leute gespielt und viele der damaligen Weggefährten sind auf das Spiel Everquest umgestiegen. Also habe ich mir dort auch einen Account erstellt aber aufgrund der Geldknappheit kaum gespielt, ich wollte nur den Kontakt nicht abreisen lassen. Als ich dann auch zu Hause eine Flatrate hatte ging es wieder los. Meine Geldprobleme hatte ich eineigermassen im Griff, aber ich musste ja soviel aufholen, also spiele ich so extrem das ich dann auch mein Studium irgendwann schmiss. Ich hatte mich allerdings beworben und auch ein Job als Systemadministrator bekommen. Allerdings liess meine Leistung im Job auf grud des exzessiven Spielens natürlich zu wünschen übrig. (Teilweise habe ich sogar während der Arbeit in meinem Büro noch gespielt) Es kam also wie es kommen musste: Ich habe den Job nach ein paar Monaten wieder verloren. Da stand ich nun: Kein abgeschlossene Ausbildung, kein Job mehr, kaum Berufserfahrung. Natürlich habe ich mich weiter beworben, aber mein Lebenslauf war natürlich eine Katastrophe. Aber egal, ich hatte ja noch das Onlinerollenspiel. Dort war ich als einer Gildenanführer ja richtig gebraucht. Ich hatte ja einen Job in der Gilde, den ich gut gemacht hatte und für diese gute Arbeit habe ich ja auch meine Bestätigung bekommen. Ich hatte also alles: Bestätigung im Job, jede Menge soziale Kontakte über das Spiel und ich war glücklich. Ich spielte zum Teil an 3 PCS gleichzeitig. Das sinnlose bewerben habe ich nach und nach eingestellt, meine Wohnung war eine einzige Müllhalde, meine richtigen Freunde sah ich auch immer seltener. Und tatsächlich habe ich in der Zeit auch immer weiter zugenommen.
Ich habe mir dann natürlich Gedanken gemacht wie mein richtiges Leben weiter verlaufen sollte und habe mir natürlich öfters auch Sinnfragen gestellt uns mich auch hin und wieder auch mal weiter beworben, aber es schien nichts so recht zu klappen. Ich sah mich irgendwann schon als Obdachloser vor mich hin vegetieren, dennoch fand ich nicht die Kraft zu sagen: Ich höre auf.
Meine Rettung kam dann in Form meines Bruders. Bei ihm in der Firma wurde eine Stelle frei und ich konnte dort quasi sofort anfangen. Das war dann für mich der Moment zu sagen: Ok, du bist jetzt 29 und das ist vielleicht deine letzte Chance. Es war kein toller Job, aber ich wollte mich beweisen. Ich habe es dennoch nicht sofort geschafft mich von huete auf morgen von dem Spiel zu lösen. Ich habe mich zunächst von meiner Gilde verabschiedet und habe eine 3 monatige Pause eingelegt. In dieser Zeit habe ich ein paar Dinge grundlegend geändert:
Ich habe meine Wohnung entrümpelt und mich neu eingerichtet. Ich habe meine PCs bis auf einen verkauft und diesen aus dem Wohnzimmer verbannt. Ich habe angefangen wieder einmal pro Woche Sport zu machen und ich habe jede Gelegenheit genutzt, die ich bekam mit anderen Leuten etwas zu unternehmen. Und da natürlich noch immer ein Loch da war, habe ich mir ein Pay-TV Abo gegönnt, für die Zeit, in der ich allein zu Hause hockte. Nach den drei Monaten habe ich dann auch wieder angefangen etwas zu spielen.
Ich hatte mir dabei aber klare Regeln aufgestellt:
-Kein Kontakt mehr zur alten Gilde
-Ich höre sofort auf zu spielen, wenn das Telefon klingelt
-Wenn es die Möglichkeit gibt etwas anderes zu tun (Ausgehen, ein guter Film läuft, Besuch von Freunden) dann hat das immer Priorität.
-Kein Kontakt zum Spiel während der Arbeit (also nicht in irgendwelchen Foren rumhängen oder so)

So habe ich es geschafft, das Spiel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und das wirkliche Leben machte nach und nach wieder viel mehr Spaß. Irgendwann merkte ich, dass mich das Spiel langweilte und verkaufte meine Accounts. Ich war dann aber noch immer nicht 'clean'. Ich hatte mich nämlich beim Nachfolger Everquest II angemeldet. Das Spiel machte Spaß, aber ich spielte weiterhin nur nach diesen Regeln. Ich hatte dort eine eigene Gilde gegründet, die sich gezielt an Gelegenheitsspieler richtete und es war nett hin und wieder mal 1-2 Stunden abends zu spielen. Wir hatten sogar auch ein RL-Treffen, aber irgendwann merkte ich mir fehlt etwas. Ich wollte ja schließlich immer eine eigene Familie haben. Ich habe mich also mal aus Spass bei einer Singlebörse angemeldet und das hatte tatsächlich funktioniert. Was soll ich sagen, nach dem ersten Date habe ich mich auch bei Everquest II abgemeldet (das war 2006) und habe bis heute kein Bedürfnis mehr gespürt Onlinespiele zu spielen.
Seit 2007 bin ich verheiratet, habe inzwischen einen 2-jährigen Sohn und auch im Job läuft es sehr gut. Konnte mich vom Lageristen bis zum Projektleiter hocharbeiten. Ich habe inzwischen auch gelernt meine Vergangenheit zu akzeptieren. Irgendwie sind diese fast 10 Jahre ein Teil von mir und haben mich auch zu dem gemacht was ich bin. Ich bin inzwischen der Meinung, nur eine feste Verankerung im Leben kann einen dazu bringen mit dieser Sucht aufzuhören: Job, Freunde, Familie. Ich habe einen Neffen der inzwischen 17 ist und ebenfalls seehr viel Computer spielt, zum teil auch online. Ich habe es mir aber zur Aufgabe gemacht in da von Zeit zu Zeit rauszuholen, etwas mit ihm zu unternehmen und ihm meine Unterstützung anzubieten, wo es geht. Also bei Bewerbungen oder bei sonstigen Problemen. Klar muss jeder seine eigenen Erfahrungen und Fehler machen, aber es ist sicher nicht falsch wenn man jemanden hat, der schon ähnliche Erfahrungen gesammelt hat und der einen unterstützt und keine Vorwürfe macht. Mal sehen welche Aufgaben mich bei meinem Sohn noch erwarten.

Das ist also meine Geschichte, die hoffentlich auch etwas Mut macht.
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Sandy



Anmeldedatum: 06.07.2010
Beitr�ge: 10

BeitragVerfasst am: 22.07.2010, 10:45    Titel:

Na das ist doch mal eine Geschichte! Vielen Dank dafür, Holpert!

Finds echt beeindruckend, dass du da wieder rausgekommen bist, aber es hat ja auch seine Zeit gebraucht (fast 10 Jahre!?!). Und deine Geschichte zeigt mal wieder, dass man einen Anstoß braucht, um aus der Sucht rauszukommen - bei manchen ist es eine Freundin - bei dir wars scheinbar das Jobangebot. Aber trotzdem warst du derjenige, der diesen Job dann auch gemacht hat und sich selbst Regeln auferlegt hat! Das spricht für viel Stärke und Selbstdisziplin - vor allem, weil du die Regeln dann auch tatsächlich eingehalten hast! Echt toll!

Es freut mich vor allem, dass du dir deine Wünsche nach einer Familie erfüllen konntest und dass es beim Job auch bergauf ging!

Also, wenn deine Geschichte nicht Mut macht, dann weiß ich auch nicht! Smile
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