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Daniela
Anmeldedatum: 03.07.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: 04.07.2010, 09:29 Titel: Bitte um Rat wegen WoW und meinem Freund |
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Hallo,
Ich weiß nicht ob ich hier nun genau richtig bin, aber ich schreib einfach mal drauf los.
Ich habe große Angst meinen Freund wieder an WoW zu verlieren und weiß nicht was ich tun soll.
Um ein wenig von seiner Vergangenheit zu erzählen: Er war eine Zeit lang Arbeitslos, ist sehr tief gefallen und spielte wohl Jahrelang Ragnarog Online (wie schreibt man das?). Zu dem Zeitpunkt kannte ich ihn eigentlich nur flüchtig also weiß ich speziell das nur aus seinen Erzählungen. Ich weiß dass er schon damals in einer Beziehung war und aus mir unbekannten Gründen anfing WoW zu zocken. Richtig intensiv, über Nächte hinweg und so wie man es eben von nem Zocker kennt. Diese Beziehung ist zum großteil (aber auch an anderen Gründen) an diesem Spiel kaputt gegangen. Obwohl ich hier die Schuld nicht ausschließlich WoW gebe, aber dass hat hier eben doch nichts verloren. Naja, um es kurz zu machen: Wir waren eine Gruppe Freunde, in der es 2 Beziehungen gab. Ich war vor einem Jahr noch in einer langjährigen Beziehung ebenso wie er und wir waren alle untereinander sehr sehr dicke Freunde. Beide Beziehungen zerbrachen als unser beider Partner begannen uns fremdzugehen...miteinander... So, und dieser Tag als wir rausfanden dass unser beider Partner miteinander was hatten war so einschneidend und heftig dass er schlagartig von da an nicht mehr WoW spielte. Das war so ein schwerer Cut der ihm komplete die Augen öffnete. Wir beide verlassene und betrogen Zurückgebliebenen verbrachten viel Zeit miteinander, monatelang half ich ihm darüber hinweg ebenso wie er mir. Bis wir uns schließlich verliebten (nein, kein Partnertausch...kein geplater). Da ich ihn ja doch schon lange und sehr intensiv kannte, sprach ich geziehlt mit ihm über seine WoW Zeit. (Ich spiele übrigens nicht, habe, und werde es auch NIE!) Ich wollte ihn geziehlt damit konfrontieren, damit er auch seine Vergangenheit als WoW-Zocker verarbeiten kann. Und dabei kamen sehr gute und Selbstreflektierende Gespräche zustande. Er sprach wie so viele im Internet die es schaffen auszusteigen, die wirklich erfast haben was für eine unglaubliche Sucht von dieser WoW-Welt ausgeht und war -meiner Meinung nach gut gefestigt-. Allerdings bekam ich von ihm nur die Information er habe WoW endgültig deinstalliert (letztes jahr in unserer Kennenlernphase). Was ich dabei nicht wusste (kenne mich da eben leider nicht aus) ist, dass all seine Charaktere ja noch existierten. Er kam vor ca. 2 Monaten zu mir an als wir uns kurz davor gestritten hatten dass er wieder WoW angefangen hätte. Ich natürlich total geschockt, aber Stolz dass er keine 2 Tage spielte und schon ein schlechtes Gewissen hatte um es mir zu sagen. Ich war wirklich erleichtert und stolz dass er es sagte und redete ruhig mit ihm darüber. Dabei heraus kam, dass ich ihm die WoW-Discs gab und er sie demonstrativ zerkrazte. Danach ging er mit mir an den Pc, loggte sich ein, drehte mit seinen Drachen und was weiß ich was noch ne "Abschiedsrunde" und löschte dann alle Charaktere. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen wie er einfach "Delete" eintippte und habe gesehen wie unglaublich schwer es ihm fiel. Aber er schaffte es und fühlte sich danach irgendwie befreit. Ich dachte "wow! JETZT hat er es geschafft!", und redete noch sehr viel mit ihm darüber, wie es ihm geht, wie er sich nun fühlt etc ... Tja, bis wir seit eben 2 Monaten eine sehr schwere Zeit in unserer Beziehung durchmachen, viel Streit, viel Ärger mit einer Woche lang nicht sehen etc... Wir rauften uns zam, saßen uns an den See und wollten wieder nach vorne schauen, bis er mir die Hiobsbotschaft überreichte dass er seit einer Woche (in der wir uns nicht sahen) wieder WoW spiele. Das war als würde sich alles in mir zusammenziehen. Ich habe versagt, habe zu viel in der Beziehung verlangt, sodass er sich wieder in die virtuelle Welt flüchtet.
Er sagt man könne irgendwie einen account wieder zum laufen bringen (keine ahnung wie), oder er hat es sich downgeloadet, ich weiß es nicht. Was ich wenigstens weiß ist, dass seine alten großen Charaktere nicht mehr existieren und er sozusagen "nichts" mehr hat in WoW. Das Problem war schon immer dass seine 2 besten Spetzl WoW Spielen und permanent davon erzählten, was es immer zu einer Qual für ihn machte. Er sagt, er wolle nur 1-2 stunden am tag spielen, macht auch keine "Raids" (oder wie heißt das?) mehr, sondern will einfach nur in der Welt herumlaufen. Warum, frage ich ihn? Weil er es möchte, es ihm Spaß macht, er dort seine Freunde hat und es sowieso nicht übertraiben wird. Und darin besteht meine größte Angst. Er belügt sich selbst dabei dass er "nur" ein wenig in der Welt herumlaufen will und vor allem sagt er er habe es unter Kontrolle. Und das glaube ich ihm nicht. Ich rufe ihn an, er spielt WoW. Wir treffen uns, seine Augen zucken wieder wie früher und er ist mehr und mehr abweisend und kalt zu mir. Strengt sich zwar sehr an, aber ich bin eben feinfühlig und merke jede veränderung an ihm. Ich spreche mit ihm darüber, und schon verteidigt er dass Spiel und fühlt sich angegriffen. Mein Problem ist eben, dass er es vielleicht glaubt es unter Kontrolle zu haben, da wir wirklich viel wieder miteinander unternehmen und er somit garnicht die Zeit hat. Aber sobald er daheim ist, sitzt er vorm Rechner und ich bin der Überzeugung dass ihm die Kontrolle entgleiten wird. Alleine die Tatsache wie sehr er sein spielen nun verteidigt lässt mich aufhorchen. Aber ich schaffe es nicht mit ihm darüber zu reden, Ja, ich will es ihm am liebsten ausreden. Aber dann streiten wir wieder und wir hatten eh schon die schlimme Zeit hinter uns, und ich weiß dass er beim nächsten Streit die Beziehung beenden wird. Am liebsten würde ich ihm seinen Rechner schrotten. Ganz ehrlich, ist meine Angst zu weit hergeholt? Kann man das Spielen kontrollieren? Ich möchte mich garnicht auf den Versuch einlassen WoW eine chance zu geben, dass er mir beweisen kann es geht auch mit WoW. Weil ich sehe jetzt schon anzeichen dass er sich verändert. Abweisender wird. Kälter zu mir etc... Und ich möchte am liebsten die Notbremse ziehen bevor er sich wieder komplett in dem Spiel verliert. Was für ihn persönlich dagegenspricht ist die Tatsache dass er nun einen spitzen Job hat, Abteilungsleiter geworden ist und durch mich garnicht genug Zeit haben wird zu spielen. Aber er wird sich dafür jede freie minute an Zeit suchen. Ist meine Angst also berechtigt? Ist es falsch zu denken, oder zu sagen, ich möchte nicht dass er auch nur eine sekunde seier Freizeit mit dem Spiel verbringt da jede Sekunde ihn weiter in das Spiel ziehen wird? Kann jemand der schon einmal extrem Rollenspielsüchtig war auf einmal "kontrolliert" spielen? Wenn ich als Partnerin, die ihn in und auswendig kennt, schon Anzeichen einer Veränderung bei ihm erkenne? Soll ich alles daran setzen dass er nicht mehr in Kontakt mit dem Spiel kommt? Er akzeptiert nicht wenn ich ihm sage dass er sich schon ein wenig verändert, eben weil alle anderen Fakten noch dagegen sprechen wieder süchtig zu werden. Ich habe Angst dass er wieder abrutscht.. Ich habe Angst dass er schon längst wieder abgerutscht ist und mir und sich selbst was vorlügt..
Es tut mir leid dass ich nun so viel geschrieben habe, aber ich bin einfach verzweifelt. Leider habe ich niemanden der meine Situation verstehen kann mit dem ich darüber reden könnte. Also kann mir vielleicht einer von euch helfen. Vielleicht kennt jemand diese Situation des Rückfalls. Er war ein Jahr lang komplett WoW frei, bis er vor 2 Monaten anfing, dann zusammen mit mir den kompletten Schlussstrich zog, alles löschte was es zu löschen gab um nun nach 2 Monaten, als wir einen Neustart in unserer Beziehung versuchen, er ebenso einen Neustart in WoW versucht. Es erschreckt mich sehr dass er sagt er wird es unter Kontrolle haben. Aber vielleicht kann mir hier jemand einen Rat geben oder seine Meinung diesbezüglich schildern. Vielleicht bin ich auch nur zu besorgt und liege komplett falsch...ich weiß nicht was ich denken soll....doch, ich würde seinen Pc am liebsten zerstören! Ja so ist es..
Vielen Dank falls jemand jedes Wort meiner Gedanken bis hierher gelesen hat. Ich würde mich sehr auf Antworten freuen
LG Dani |
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BerndD [IPOS]
Anmeldedatum: 20.02.2008 Beiträge: 47
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Verfasst am: 05.07.2010, 09:13 Titel: RE: Bitte um Rat wegen WoW und meinem Freund |
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Hallo Dani,
gleich mal vorweg, du bist mit deinem Eintrag bei uns goldrichtig und deine Situation findet sich abgewandelter Form bei vielen anderen Freundinnen von Partnern, die ein Problem mit ihrem Onlineverhalten haben, wieder.
Wie immer ist es schwierig über ein Forum konkrete Ratschläge zu geben, zu komplex sind die Situationen meist, jedoch versuche ich ein paar Denkanstöße zu vermitteln, welche dir bei deiner Entscheidungsfindung vlt ein wenig unterstützen können.
Deine Sorgen und Gedanken sind nachvollziehbar. Die Angst ihn vlt an dieses Spiel zu verlieren, beschäftigen dich und dem möchtest du in weiterer Folge entgegenwirken. Die Frage ob ein kontrollierter Umgang möglich ist, möchte ich nicht verneinen, jedoch kommt es sehr stark auf die einzelnen Persönlichkeiten der Betroffenen an. So wird im Bereich Internetsucht nicht von völliger Abstinenz als Ziel gesprochen, denn ein Leben ohne Internet ist sowohl im privaten wie auch im beruflichen immer schwieriger zu vollziehen. Jedoch macht es durchaus Sinn, auf den Bereich, der zu einem Problem wird, in diesem Fall Onlinerollenspiele bzw. im Speziellen WoW, zu verzichten, einfach nur um sich zu schützen, da das Risiko des Abgleitens in eine exzessive Phase höher ist. Die Frage stellt sich dabei, warum setze ich mich diesem Risiko aus. Und da kommt der Punkt ins Spiel, dass das Spiel natürlich viele positiv besetzte Funktionen für die Betroffenen hat. Es unterhaltet, ist eine Freizeitbeschäftigung, stellt eine Sozialisationsplattform dar, man erlebt Zugehörigkeit, erlebt viele Erfolge, etc. Das sind alles Dinge, die für die Betroffenen positiv besetzt sind. Dies sollte man als Außenstehender vor Augen haben, weil dadurch ein wenig Verständnis für die Verhaltensweise entstehen kann.
Du schreibst nun allerdings aus der Sicht einer Angehörigen bzw. Partnerin. Hierbei musst du ganz einfach für dich einige Dinge abklären. Bist du nur besorgt, weil du die Angst hast, dass er immer weiter abgleiten kann oder stört dich das Spiel im Allgemeinen? Vermisst du jetzt wieder etwas in eurer Beziehng, was du auf sein Spielverhalten zurück führst? Wenn ja, dann könnten eher diese Dinge thematisiert werden und sich die Diskussionen nicht immer nur um das Spiel drehen, weil dies wird zur Folge haben -du hast es auch schon beschrieben- dass auf der einen Seite du stehst, die sein für ihn positiv besetztes virtuelles Verhalten negativ bewertet, wodurch er automatisch in eine Abwehrhaltung treten wird. Dadurch sind oftmals die Rollen bei jedem Gespräch sehr schnell eingenommen und ein konstruktiver Austausch ist nur schwer möglich. Außerdem geht es ja eigentlich nicht um das Spiel an sich, sondern darum, was dadurch möglicherweise verloren geht. Ganz banal ausgedrückt: Bei seinem WoW-Spiel handelt es sich um ein Freizeitverhalten wie jedes andere auch und wie bei jedem anderen Verhalten geht durch ein exzessives Ausführen wo anderes etwas verloren und das belastet z.B. Beziehungen.
Dabei wird es schwierig sein den Betroffenen selbst zur Verhaltensädnerung zu bringen, wenn dieser meint alles Laufe wunderbar. Durch deine Ausführung geht ja auch hervor, dass es bei ihm eigentlich ganz gut läuft. Er hat einen guten Job, unternimmt mit dir etwas in der Freizeit und wenn er mal Zeit dazu hat, dann spielt er. Hier wieder der Verweis darauf, stört dich nun an der gegenwärtigen Situation etwas oder geht es nur darum wohin es gehen könnte? Du setzt dich diesbezüglich ein wenig stark unter Druck und siehst dich sehr stark in der Veranwortung. Dies spannt dich vlt in weiterer Folge ein wenig an, was eventuell nicht so sein müsste. So wie ich das sehe machst du sehr viel bzw. alles was du tun kannst. Du führst mit ihm eine gute Beziehung (auf und abs gehören da nun mal dazu), weißt um sein Spielproblem und bist diesbezüglich auf der Hut und stehst ihm auch offensichtlich jederzeit unterstützend zur Verfügung. Wenn es konkret etwas gibt, was dich in der Beziehung stört, dann kann man dies ansprechen, aber vlt nicht immer mit dem Fokus auf dem Spiel. Dass du dabei immer ein wenig misstrauisch sein wirst und es mit besorgten Augen beobachtest ist nachvollziehbar und auch gut. Jedoch könnte man überlegen ob man sich selbst disebezüglich in solch eine Spannungssituation bringen muss, das wird für dich wohl auch nicht unbedingt angenehm sein - wie kann man dies vlt ein wenig auflösen und die Situation entspannen?
Es ist im Allgemeinen wichtig für sich abzuklären, wie schaut eine gute Beziehung für mich aus, was gehört dazu bzw. was darf nicht fehlen. Dabei geht es in erster Linie um dich, wann gehts dir gut, was braucht es dafür und wie kann dies erreicht werden.
Wir würden uns freuen, wenn du uns vlt ein wenig auf dem Laufenden hälst, wie sich die Situation bei euch entwickelt.
Liebe Grüße
Bernd |
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Daniela
Anmeldedatum: 03.07.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: 08.08.2010, 23:20 Titel: |
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Hallo,
vielen Dank erst mal für die ausführliche Antwort und für die Mühen.
Es ist viel geschehen in letzter Zeit und diese Seite und sehr viele andere Denkanstöße haben mich komplett umgestimmt. Ja, ich bereuhe es sogar zutiefst hier meine Verzweiflung dargestellt zu haben. Denn ich habe dem Menschen den ich von ganzem Herzen liebe sehr weh getan.
Nach sehr vielem Schmerz und den schlimmsten Wochen meines Lebens bin ich nun zu der Erkentniss gekommen das ich der Fehler an dem ganzen bin. Das ich der Grund bin.
Und es ist sehr sehr schwer seine Fehler wirklich vollkommen zu entlarfen. Dazu muss man wohl erst verlieren was man so sehr liebt, um in grenzenloser Reuhe zur einzig richtigen Selbsterkenntnis zu kommen. Ich bin nicht stolz auf mich dass ich es letztlich geschafft habe Fehler bei mir zu suchen und zu finden, denn der weg dorthin hat mich fast alles verlieren lassen was mir wertvoll ist.
Das schlimme ist, dass man selbst kaum eine Chance hat auf eigene Fehler zu stoßen weil man demjenigen doch nie etwas böses wollte. Aber gerade darin liegt die Gefahr.
Es mag sich vielleicht komisch anhören. Aber ich habe soeben beim rumzappen zufällig bei STAR WARS reingeschalltet als Yoda soeben sagte "Die Angst vor Verlusst ist der Dunkle Weg zur Macht" (oder so ähnlich..). Und so war es bei mir auch. Ich litt unter heftigsten Verlusstängsten und wollte doch eigentlich nur dass alles wieder gut wird. Habe damit aber das Gegenteil erreicht.
Ich habe dem Menschen, wo Worte nicht mehr heranreichen um meine Liebe zu beschreiben, so sehr weh getan dass er sich immer mehr von mir entfernt hat. Ich habe ihm unterstellt nicht genug für mich da gewesen zu sein. Ich habe ihm unterstellt mir nicht genügend Vertrauen zukommen zu lassen. Ich habe ihm unterstellt wieder ein Süchtling zu sein. Ich habe ihm unterstellt dass er vor seinem Leben davonläuft. Ich habe einfach nur zuviel verlangt, anstatt einfach nur glücklich genug darüber zu sein den besten Menschen dieser Welt an meiner Seite wissen zu dürfen. Das es überhaupt eine Ehre ist einen solchen Menschen zu kennen.
Warum habe ich ihm diese Sachen unterstellt? Weil ich nicht sehen wollte dass ich diejenige war die vorm Leben davongerannt ist. Das er an mir verzweifelt ist und sich wie ein geschlagener Soldat zurückgezogen hat. Er tat damals alles für mich als ich am Tiefpunkt meines Lebens angelangt war. Und ich habe nichts daraus gemacht. Habe mich darauf ausgeruht wie toll es ist geliebt zu werden und mein Leben dabei verkommen lassen. Und es muss für ihn die Hölle gewesen sein, zu sehen wie er alles unternimmt mich aus dem Loch herauszuziehen und ich mich selbst wieder hinunterfallen lasse anstatt die Hilfe anzunehmen und dankbar zu sein.
Und so ist es absolut nachzuvollziehen dass sich dieser Mensch vor einem wieder verschließt. Somit ist das ganze Unheil ins Rollen gekommen.
Seine Entschluss wieder WoW zu spielen kam letztlich tatsächlich nur aus reinem Spaß am spiel, plus meiner Vermutung dass es ihm irgendwann wohl auch ein wenig Spaß gemacht hat mich damit absichtlich zu verletzen weil ich ihn permanent auf das Spielen angesprochen habe. Und dafür kann ich ihm nicht mal böse sein.
Im Grunde genommen hat er sich ins Spiel "geflüchtet" um vor mir zu flüchten. Um dem Druck zu entweichen dem ich ihm ständig auferlegt habe, auch wenn ich es nur mit dem Ziel gemacht habe dass alles wieder gut wird. Aber man muss lernen an sich zu arbeiten und nicht daran dass der Partner alle Schuld zu tragen hat.
Ich muss erst einmal selbst mein Leben wieder aufbauen. Stück für Stück. Ich selbst habe mich vor einigen Wochen dazu entschlossen eine art Entzug zu starten. Was lief also in meinem Leben falsch? Dass ich vor mir selbst weggerannt bin, lieber Dinge getan habe die einem einfacher fallen und das Leben so halbwegs unterhalten. Genau. Also habe ich mich dazu entschlossen damit aufzuhören Fernseh zu schauen und ins Internet zu gehen. Ein radikaler Schlag, mit dem ich mich automatisch dazu gezwungen habe mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Ein Einschnitt der mich fast hat durchdrehen lassen, ich sogar Gedanken zugelassen habe mir mein Leben zu nehmen. Es war die Hölle. Zu sehen wie sich mein Freund immer mehr entfernt, ich alles verliere und mich nun allein daheim mit meinen Tränen nun selbst fast kaputt gemacht habe. Und es war gut. Denn somit kam ich erst auf meine eigenen Fehler und bin gerade dabei zu lernen damit umzugehen.
Paradoxerweise habe ich es sogar meinem eigenen Falschdenken zu verdanken dass ich mich überhaupt zu solch einem Schritt entschieden habe. Dadurch dass ich nur noch gesehen habe wie sich der Mensch meines Lebens in ein Spiel flüchtet, war ich davon so erschrocken und angewiedert dass es mir quasi die Augen geöffnet hat. Ich habe alles gehasst, ja, hatte sogar Angst vor allem was mit Medien oder der Unterhaltungsindustrie zu tun hat, dass ich mich schließlich dazu entschloss denen den Saft abzudrehen und sehen was bei rauskommt. Und was ich dadurch erlangt habe, war der dunkelste und abscheulichste Weg den keiner freiwillig gehen will um sich selbst zu richten. Ich habe den größten Kampf meines Lebens gefightet, gegen mich selbst. Und gewonnen habe ich dadurch die reine Selbsterkenntnis, die für mich der Grundstein ist um wieder etwas gutes aufzubauen.
Ich muss es akzeptieren wenn er spielen möchte. Ich darf darin keinen Feind mehr sehen, denn dass treibt ihn nur weiter weg von mir. Ich bin dabei das Spiel zu akzeptieren. Es ist zwar noch verdammt schwer, aber es geht. Langsam, aber es wird und ich will Und ich muss meine Fehler akzeptieren und versuchen etwas aus dieser Erkenntniss zu machen. Das wird alles ein langer weg. Aber es wird der Weg in die Zufriedenheit mit mir selbst sein. Und vielleicht kann dieser Mensch mich sogar irgendwann wieder lieben... Denn zu wissen dass man nicht mehr geliebt wird ist die reine Folter. Aber zu wissen dass man selber daran Schuld hat, kann einen fast umbringen... Und es muss leider immer erst sehr viel zerstört werden bis man beginnt seinen Stolz abzulegen und Fehler bei sich zu suchen.
Ich habe gerade das erste mal seit Wochen meinen Fernseher wieder eingeschaltet (daher auch STAR WARS...) weil ich meinen "Entzug" erfolgreich überstanden habe. Das Wissen erlangt habe nicht zu viel von einem Menschen zu verlangen, ihn nicht einzuengen, Hilfe anzunehmen, Dinge akzeptieren zu müssen...etc.. Und ich habe auch schon Psychologische Unterstützung hinzugezogen.
Ich kann nur sagen dass man doch einfach mal in sich geht und versucht eigene Fehler aufzudecken und wenn sie noch so sehr von dem Gedanken es nur gut gemeint zu haben gefestigt sind. Es erfordert einiges an Kraft um eigene Fehler zu akzeptieren. Aber genau dieser falsche Stolz könnten es sein warum ein Partner sich in eine Sucht flüchtet.
Oder warum nicht einfach mal offline gehen? Back to the Roots. Einfach zum austesten. Was fängt man mit seinem eigenen Geist an wenn er nicht mehr durch andere Einflüsse mühelos unterhalten wird? Man ist auf einmal zu Gedanken fähig die man nie erwartet hätte oder man entdeckt vielleicht andere versteckte Talente.
Ich für meinen Teil habe es definitiv viel zu häufig vorgezogen mich einfach vor die Glotze oder das Internet zu hängen.
Man muss sich einfach nur einmal darüber bewusst werden was man den lieben langen Tag alles so macht.......und was nicht!
LG, Dani  |
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BerndD [IPOS]
Anmeldedatum: 20.02.2008 Beiträge: 47
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Verfasst am: 09.08.2010, 09:33 Titel: hmm.. |
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Hallo Daniela,
deine Ausführungen sind sehr interessant, klingen aber auf den ersten Blick auch ein wenig hart gegen dich selbst. Denke mal Sorgen um seinen Partner machen, Gedanken über die Beziehung machen und vieles mehr, sind Dinge, die einfach auch wichtig sind. Du hast nun anscheinend sehr viel an dir selbst gearbeitet, deine Einstellung im Allgemeinen umgekrempelt und einen neuen Zugang zu deinem Freund bzw. seinem Spielverhalten gewählt. Klingt wirklich interessant, nun ist mir aber nicht ganz klar, wie es dir nun geht, in deiner jetzigen Situation!? Du schreibst sehr viel von einem harten Weg, aber hat dies nun für dich positive Auswirkungen, geht es dir gut und läuft eure Beziehung deinen Vorstellungen entsprechend!?
Wünsche dir einen guten Start in die Woche,
mfg
Bernd |
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Daniela
Anmeldedatum: 03.07.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: 10.08.2010, 12:09 Titel: |
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Hallo Bernd.
Vielen Dank für die Antwort. Es tut gut einfache Fragen gestellt zu bekommen die sonst keiner stellt und die mich tatsächlich zum nachdenken bringen.
Hm, wie geht es mir? Was ist mein Resultat daraus?
Ehrlich gesagt, kann ich keine passende Antwort darauf geben. Wenn ich mich so ansehe muss ich sagen dass es mir nicht gut geht. Aber es geht mir besser als die letzten Wochen. Und das ist schon ein Fortschritt. Ich schlafe nicht mehr weinend ein und wache weinend auf. Es geht mir zwar gerade sehr schlecht, aber ich sehe was ich durchgemacht habe und meine ein Licht am Ende des Weges zu sehen. Ich habe wieder Hoffnung und die Motivation dass alles dadurch besser werden KANN. Muss nicht, aber kann. Ich merke wie es mir leichter fällt Dinge wieder richtig zu rücken und Fehler aufzuarbeiten. Und daraus muss ich etwas positives ziehen können und nicht aufgeben. Es ist verdammt schwer, aber ich weiß dass es mir besser gehen kann wenn ich nur weiter daran arbeite. Und ich habe schon angefangen. Ich bin auf dem Weg. Wirklich sagen dass ich glücklich bin und es mir sehr gut geht, kann ich wohl erst dann wenn die Arbeit an mir selbst Früchte trägt. Es trägt schon ganz ganz kleine Früchte, aber ich darf diese eben nicht wieder zerstören sondern muss weitermachen.
So habe ich es geschafft schon quasi auf Knien zu Menschen zu kriechen die sich von mir abgewandt hatten. Und ich bekomme positives Feedback davon was mir sehr sehr hilft weiterzumachen und mir zeigt dass ich auf dem richtigen Weg bin. Durch meinen Medien Entzug sprudelt langsam wieder die Kunst in meinen Kopf. Jahrelang habe ich Heulkrämpfe bekommen wenn ich vor einem weißen Blatt Papier saß um meiner Kunst freien Lauf zu lassen, habe es schließlich verzweifelt aufgegeben und mich tatsächlich lieber vor die Glotze gesetzt oder bin an mein Notebook und habe grenzenlos gesurft. Das hat mich wenigstens beruhigt und davon abgelengt was für ein Loser ich bin. Und dem habe ich eben einen Riegel davor geschoben. Und siehe da. Es regt sich wieder etwas in meinem Kopf. Und darüber bin ich einfach nur glücklich.
wahrscheinlich möchte ich bei Menschen die mir wichtig sind und die mich durch diese schlimme Zeit mit meinem Freund komplett abgestoßen haben, wohl einfach respektiert werden. Ich ertrage es nicht mehr dass mir ständig und seit vielen Jahren gesagt wird, dass ich an allem selbst Schuld bin. Dass ich nichts auf die Reihe bekomme. Einfach nichts drauf habe. Sie haben ja Recht. Aber es ist ganz schön verletzend immer als "Schandfleck" angesehen zu werden. Ich will einfach als dass akzeptiert werden was ich bin und vielleicht kann irgendwann auch einmal jemand zu mir sagen dass ich etwas gut gemacht habe und dass er stolz auf mich ist. Denn das Gefühl hatte ich noch nie, dass ich etwas richtig mache. Und darum kämpfe ich und sehe schon kleine Resultate. Es ist verdammt wenig, aber es reicht um mir eine Prise Kraft zu geben. Und das tut einfach nur gut.
Meine Beziehung kann ich momentan nicht beschreiben. Ich sehe nur dass ich mich verdammt anstrenge und dieser Mensch wieder etwas auf mich zukommen kann. Sehr sehr wenig, aber es sind Schritte in die positive Richtung. Ich bemühe mich das Thema WoW und all unsere Probleme nicht anzusprechen sondern mich einfach an dem Menschen so wie er ist zu erfreuen. Denn es ist schon absolut richtig sich Gedanken über die Beziehung und um den Partner zu machen, aber nicht in dem Ausmaß wie ich es getan habe. Und das war einfach zu viel. Und ich bemühe mich zu akzeptieren wenn er mich wieder nicht sehen will um zu zocken. Ich arbeite sehr hart daran es nicht als Abweisung gegen mich zu betrachten. Und es klappt auch in meinem Kopf. Nur bin ich ab und zu trotzdem noch nicht stark genug mich zusammenzureißen und nicht zu weinen, wenn ich daran denke dass wir damals in einer vergleichbaren Situation einfach nur beieinander gewesen wären und hätten wir nur stundenlang miteinander gekuschelt und sich verbunden gefühlt. Solche Gedanken sind schwer zu unterdrücken. Aber ich merke wie ich stärker werde und es so sehe wie es ist. Ich habe es selbst zu verantworten dass ich seine Liebe zu mir kaputt gemacht habe und habe garkein Recht etwas zu erwarten oder zu erzwingen. Ich versuche mich zurückzuziehen, auch wenn es schwer ist, aber ein klein wenig positives Feedback habe ich auch schon von ihm bekommen.
Ich weiß dass dieser Einschnitt in meinem Leben und meine Gedanken sehr hart sind mir selbst gegenüber. Aber es muss einfach sein. Ich habe so viel falsch gemacht in meinem Leben dass es an der Zeit war, sich selbst so zu zerstören dass ich wieder einen Grundstein finde um neu anzufangen.
Und ich weiß dass ich es schaffen kann wieder stolz auf mich zu sein
Tut mir Leid dass ich nun wieder so viel gefaselt habe. Aber ich würde es am liebsten in die ganze Welt hinausschreien, dass ich nicht so ein Loser bin. Dass ich an mir arbeiten kann. Dass ich nicht wertlos bin. Und dass ich den besten Menschen auf dieser Erde liebe. Aus meinem tiefsten Herzen.
Ich schaffe das. Es geht mir gut
LG Dani |
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