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Thomass
Anmeldedatum: 20.04.2010 Beiträge: 1
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Verfasst am: 21.04.2010, 12:51 Titel: Hilfe!...das Kind hat ein Problem, das Familienleben leidet! |
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Es geht um einen 17jährigen, der einem Hobby draußen nachgeht, aber zuhause seine ganze Zeit vor dem PC verbringt!!
Ca. 8-12 Stunden pro Tag!
Zur Schulzeit war früher so gegen 23-24.00 Sclhluß, morgens stand er noch pünktlich auf und duschte....nun ist er bereits bis 2.00Uhr oder später wach....!
Er lebt in einem unaufgeräumten Zimmer, beim Essen sieht man ihn eine halbe Stunde und dann sitzt er vor demn PC.
Muss man ihn sprechen, hört er kaum zu und macht so eine Handbewegung, wie "verschwinde"!
Nun scheint es auch einen Einbruch in der Schule zu geben.
Vorschläge zu einer Beratungsstelle zu gehen, lehnt er ab!!
Sein ganzes Verhalten wird zunehmend aggressiver und unangenehmer...das Familienleben leidet!!
Hilfe!! Hier werden Ratschlöge und Hilfe gebraucht!!!
Grüße
P.S. : Er spielt keine Ballerspiele etc., ist in Foren ... und da, was man halt nicht weiß! |
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Bernd D
Anmeldedatum: 08.11.2007 Beiträge: 7
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Verfasst am: 03.05.2010, 14:14 Titel: Hallo Thomass, |
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entschuldige bitte, dass es mit der Antwort ein wenig gedauert hat, aber da in letzter Zeit viel zu tun war, kam die Betreuung des Forums ein wenig zu kurz.
Deine kurze Beschreibung ermöglicht es nur sehr begrenzt konkrete Ratschläge zu geben, wobei deine Situation auf den ersten Blick sehr typisch erscheint, was allerdings nicht bedeuten muss, dass es nicht viel zu erörtern gibt.
Deswegen ein paar allgemeine Anregungen, welche vielleicht schon berücksichtigt wurden:
Der vermehrte Rückzug der Betroffenen und die damit einhergehenden immer größer werdende Unerreichbarkeit des Betroffenen wird oftmals speziell im Familienverband als sehr belastend erlebt. Um ein wenig mehr Zugang zu bekommen, kann es helfen, sich mit dem Sohn über die Dinge, die er im Internet tut, auszutauschen. Erklären lassen, was getan wird bzw. auch, was daran Spass macht um in weiterer Folge wieder eine Gesprächsbasis mit dem Betroffenen aufzubauen.
Dies gelingt natürlich nicht immer und so ist es manchmal auch hilfreich zu überlegen (bzw. gemeinsam zu besprechen) was den vermehrten Rückzug ins Internet begünstigt. Also nicht nur, was gibt mir das Internet, sondern auch was belastet, stört etc. den Betroffenen außerhalb der virtuellen Welt, was einen vermehrten Einstieg unter anderem auch begünstigt. Das Hobby außerhalb des www ist auf alle Fälle eine wunderbare Ressource, die man auch stärken kann, z.B. mit aktiver Teilnahme (wenn möglich) von Seiten der Eltern.
Ich weiß auch nicht wie weit schon probiert wurde, Vereinbarungen zu treffen. Dies klingt theoretisch zwar immer wunderbar, ist in der Praxis aber meistens schwer umzusetzen. Trotzdem ist dies eine Möglichkeit wie man wieder eine neue Richtung einschlagen kann. Dabei sollte bedacht werden, dass er seine Wünsche und Vorstellungen selbst aussprechen kann und dann abgestimmt mit ihren Vorstellungen Vereinbarungen gemeinsam (sprich keine von den Eltern vorgegebenen) getroffen werden. Diesbezüglich kann man sich auch überlegen, welche reizvolle Alternativen man den Sohn auch anbieten kann, die auch eine wirkliche Alternative zum Internetgebrauch darstellen.
Ansonsten gehört prinzipiell beachtet, dass es natürlich schwieriger ist, das Verhalten bei jemanden zu ändern, der kein Bedürfnis daran hat, sein Verhalten zu ändern. Diesbezüglich ist es leichter den eigenen Zugang zu ändern um die Gesamtsituation für einen selbst erträglicher zu machen.
Du hast geschrieben, dass dein Sohn zu keiner Beratungsstelle gehen will. Trotzdem diesbezüglich zwei Anmerkungen:
1. Diskussionen laufen oftmals nach dem Schema ab, dass auf der einen Seite die Eltern stehen, die meinen ihr Kind hat ein Problem mit dem Internetgebrauch und auf der anderen Seite das Kind selbst, dass sagt, dass er kein Problem hat, sondern nur die Eltern. Das Aufsuchen einer Beratungsstelle kann genau dies abklären, inwieweit sich ein Problem eingestellt hat oder nicht. D.h. in der Kommunikation mit dem Sohn, kann man den Punkt heraus streichen, dass in dem für ihn besten Fall auch einfach heraus kommt, dass er kein Problem hat. Außerdem kann man ihm diesbezüglich auch erklären, dass es sich bei einem Erstkontakt wirklich nur um eine Abklärung handelt, bei welcher man die Situation in einem neutralen Setting bespricht und er danach zu nichts gezwungen wird, was er nicht will, sondern er entscheidet ob und was passieren soll und was nicht. Hinsichtlich der Familienharmonie könnte ihm das durchaus ein wenig die Angst vor einer Beratungsstelle nehmen.
2. Sollte er sich dennoch weigern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, solltest du für dich überlegen, ob es nicht für die Erarbeitung von zukünftigen Schritten nicht auch sinnvoll wäre einfach ein Angehörigengespräch (also ohne den Sohn selbst) in einer Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen, wo man die Situation direkt mit einem Professionisten abklären kann, möglicherweise differenziertere Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommt oder auch einfach nur die Bestätigung, dass man alles in seiner Macht mögliche bereits tut.
Ich weiß nicht wo du dich geografisch aufhälst, aber ich möchte dir das Anton Proksch Institut 1230 Wien diebszüglich ans Herz legen, die sich vermehrt und professionell schon mehrere Jahre mit dieser Problematik beschäftigen und Beratungsgespräche anbieten.
Kontaktmöglichkeiten über: poppe@api.or.at oder dillinger@api.or.at
Eine Kontaktaufnahme würde ich auf alle Fälle auch dann anraten, wenn eine persönliche (sprich geografische) Erreichbarkeit nicht möglich ist.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd |
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