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Bernd [IPOS] Site Admin
Anmeldedatum: 28.02.2007 Beiträge: 33
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Verfasst am: 13.03.2007, 18:12 Titel: Böse, böse Killerspiele |
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Nachdem mich dieses Thema schon länger ärgert, bzw. eher die tlw. schwachsinnige und komplett unobjektive Berichterstattung in den Medien oder einzelne Aussagen von Politkern (bei Beiden ist man ja ohnehin einiges gewohnt), hier mal meine Meinung dazu:
Mir ist klar, dass die Menschheit seit tausenden Jahren friedlich miteinander Hand in Hand in grünen Wiesen herumhüpft und sich gegenseitig Blumenkränze schenkt und erst durch die bösen Killerspiele Mord und Totschlag Einzug gefunden haben, aber trotzdem ein paar Anmerkungen meinerseits:
Es ist sehr praktisch bei div. Amokläufen, gleich mal zu schauen, ob derjenige vielleicht Counterstrike auf der Festplatte hatte (oder vielleicht hat er ja noch eine [b]Ozzy Osbourne oder [/b]JudasPriest CD im Regal stehen -> Jubel) - schon hat man einen Schuldigen gefunden, ohne groß auf die wirklichen Gründe achten zu müssen.
(Aja: Ich selbst höre gerne Heavy Metal und spiele mit meinen 32 Jahren nach wie vor gerne Egoshooter. Ui ich fürchte mich jetzt fast ein bisschen vor mir selbst.)
Tatsache ist, dass sich wir Menschen uns gerne selbst umbringen, foltern, quälen etc. - einfach mal CNN aufdrehen oder Zeitungen oder Geschichtsbücher lesen. Und das schon seit Urzeiten.
Daran wird das Verbot von Killerspielen nichts ändern. Da würd ich schon mal lieber keine Zeitungen mehr lesen, oder TV schauen. Die Häufung von Wörtern, wie Terror, Krieg etc. hat sich nämlich in den letzten 10 Jahren in den Medien vervielfacht... (Stichwort: Was war zuerst da: Das Ei oder die Henne)
Wie's so schön heißt: eine Bevölkerung, die sich fürchtet und einen gemeinsam Feind hat ist leichter zu lenken.
Ein Verbot von irgendetwas hat noch nie Probleme gelöst oder gar die Ursachen aufgedeckt...
Zuletzt bearbeitet von Bernd [IPOS] am 15.03.2009, 07:47, insgesamt einmal bearbeitet |
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Alex [IPOS]
Anmeldedatum: 01.03.2007 Beiträge: 29
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Verfasst am: 13.03.2007, 18:43 Titel: grundsätzlich /signed |
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Durchaus meine Meinung.
Trotzdem finde ich eine Kombination aus unverbindlicher Altersfreigabe und einer positiv-Prädikatisierung sehr in Ordnung.
Manche Spiele bei denen es nicht um Taktik sondern nur um Brachialgewalt geht könnten eventuell mit einer Ausweis-Herzeigepflicht beim Kauf versehen werden. Wobei die Ausweisdaten bei Gott nicht erhoben werden dürfen. Nur um einen "Aha" Effekt zu erfüllen falls die Omi für den 8 jährigen Enkel ein Spiel kauft.
"Auf den Index setzten" finden ich auch keine Lösung. "Hui das will ich jetzt nicht, das kommt weg" (Schritt 1 - von öffentlicher Hand). "Hui der hat das trotzdem, lass mich den/diejenige Strafen" (Schritt 2 - von öffentlicher Hand). "Hui das ist verboten - das will ich jetzt" (Schritt 3 - die logische Konsequenz der jugendlichen Spieler).
Was ist in Wahrheit passiert? Doom etc... wurde zum absoluten Kult erhoben. Und Spiele wie C&C ... in Deutschland gibts nun Roboter und grünes Blut! Statt Söldner und "echtes" Pixelblut. Naja.
)
Einen schönen Spieleabend wünschend,
Alex |
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Ramona [IPOS]
Anmeldedatum: 05.03.2007 Beiträge: 38 Wohnort: Kärnten
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Verfasst am: 13.03.2007, 19:17 Titel: |
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Ich schließe mich den zwei Vorposter auch an.
Grundsätzlich meine ich, dass es an den Eltern selbst ist einmal zu hinterfragen WAS mein Kind da spielt. Es gemeinsam mit ihm testen, mich dafür interessieren. Um DANN einzuschätzen ob es meinem Kind schadet- schadet im Sinne von, dass seine Entwicklung es derzeit einfach nicht zulässt, dass es diese Inhalte wirklich begreift. Das es differenzieren kann zwischen der Realität und der Virtualität. Aber dann muss auch der Elternteil diesbezüglich eine klare Trennlinie ziehen können.
Eine Altersfreigabe wird glaube ich hier oft auch einfach ignoriert oder Eltern setzen sich darüber hinweg. Die Idee positive Prädikatisierungen einzuführen, nach einem gewissen Standard, finde ich sehr gut. Gibt es diesbezüglich bereits Institutionen die sich mit diesem Thema auseinandersetzen?
Man sollte sich seinen "angeblichen" Feind eben mal genauer ansehen... und versuchen zu verstehen.
Menschen sind von Natur aus bereit Gewalt anzuwenden um sich selbst zu verteidigen und seine Mitmenschen zu schützen. Solange sich dieser Trieb kontrolliert virtuell umsetzt sollten wir froh sein
My two Cents,
Ramona |
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Alex [IPOS]
Anmeldedatum: 01.03.2007 Beiträge: 29
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Verfasst am: 14.03.2007, 14:49 Titel: Bupp |
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Hallo Ramona,
Auf http://www.bupp.at findest du die österreichische Lösung. Eine sehr feine Seite. "Unser Anno 1701" ist zB sehr positiv weggekommen. |
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Robert
Anmeldedatum: 13.03.2007 Beiträge: 2
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Verfasst am: 15.03.2007, 17:21 Titel: |
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Ich werfe jetzt einfach einmal eine Frage in den Raum ohne mich zum Thema zu äußern ..
Mich würde nämlich interessieren ob sie in Deutschland jetzt wirklich das Killerspiele-Verbot durchgesetzt haben?!
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Zum Thema!
Ich spiele auch gerne Egoshooter, wenn auch nur selten und ich finde es einen Schwachsinn
die Schuld für einen Amok-lauf auf diese Spiele zu reduzieren.
Wie Bernd schon erwähnte muss man nur den Fernseher einschalten wenn man sehen will wie Menschen elend zu Grunde gehen
Wenn Spiele so schlimm sind was ist dann erst mit den ganzen Hollywood- streifen will man die als nächstes Verbieten?!
Im Moment sind ja auch so Filme wie Hostel etc. sehr im Trend bei den Kinobesuchern ... naja was ich damit sagen will ist das man Gewaltverherrlichung überall in unserer Kultur findet was ja eigentlich darauf schließen lässt das
Menschen eine gewisse Gewaltbereitschaft einfach in sich haben ..
Ich denke auch das es falsch ist zu sagen ja schaut her zwei Menschen von Millionen die dieses Spiel gespielt haben sind Amok gelaufen - klare Sache .. die Schuld liegt am Spiel
Das ist doch ein Witz?!
Viel mehr sollte man einmal das Soziale- Umfeld dieser Menschen untersuchen ich denke sowas muss viele Gründe haben ..
und mal ehrlich ..
welcher Mensch der völlig Klar im Kopf ist würde bitte Amoklaufen? |
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Thomas [IPOS]
Anmeldedatum: 02.03.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 10.06.2007, 23:47 Titel: |
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Hallo Robert,
wir sehen das ähnlich! Gerade vor einer halben Stunde hab ich mir den Beitrag von ZDF bei Johannes B. Kerner (seit kurzem auch in unserer Videosektion auf der Homepage) angeschaut. Er hat bei seiner Erklärung über WoW gemeint:
[...das ist kein sogenanntes Ego-Shooter Spiel wo es nur darum geht andere umzuballern und die als traurige Vorlage dienen für schlimme Dinge die in der Welt passieren...]
Solch eine Aussage zu treffen zeugt von unglaublicher Unwissenheit. So wird das Thema von Menschen gesehen, die keine Ahnung davon haben.
Klar, bei Ego-Shootern gehts ganz und gar nicht um Taktik...man läuft nur rum und ballert wie wild in die Gegend um den Weltschmerz erträglicher zu machen...muss ja so sein, dass ein Jugendlicher der Ego-Shooter spielt gleich Papas Magnum in die Schule mitnimmt und seine unliebsamen Mitschüler ermordet...
Ich frage mich ernsthaft: In welcher Welt leben diese Menschen, die solche Behauptungen in den Raum stellen?
Wie kann es sein, dass ein Entertainer wie Kerner, den leider zu viele Menschen sehen, Aussagen im Fernsehen trifft und vielen Menschen, die sich nicht damit auskennen Angst macht?
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Tellme
Anmeldedatum: 04.03.2007 Beiträge: 13 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 03.07.2007, 08:11 Titel: |
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Die Diskussion um die Killerspiele hat von allen Seiten doch nur einen Sinn:
Wenn ein Amoklauf oder ähnlich schreckliches geschieht ist es für die Gesellschaft und die Politik doch einfach alles auf die Spiele zu schieben. Denn das lenkt doch von den wirklich Schuldigen ab: unserer Gesellschaft.
Denn es ist doch eine Tatsache, das in den letzten Jahren das Individium nichts mehr zählt. Lediglich der globalisierte Unternehmensgewinn ist das Ziel, dem alles untergeordnet wird. Die damit einhergehende soziale Kälte, die jeder Einzelne spürt ist der Punkt, der die Menschen zu solchen Taten treibt. Im realen Leben bin ich eine austauschbare Nummer, für die Firma bin ich kein Mensch, sondern ein Kostenfaktor. Austauschbar gegen die nächstbeste, billigere Arbeitskraft. Wenn du den Job nicht zu meinen Bedingungen machst, finde ich 10 andere. Das untergräbt das Selbstbewusstsein und sorgt im realen Leben für Minderwertigkeitsgefühle.
In den Spielen bin ich dann "allmächtiger" Herrscher über Leben und Tod, zähle ich etwas, bin vielleicht sogar Clanleader und damit wesentlich erfolgreicher als im realen Leben. Und als labiler Mensch übertrage ich dann eines Tages, wenn alles schief geht, meine Allmacht auf das reale Leben.
Und eben auf Grund der angesprochenen sozialen Kälte versagen auch die Kontrollmechanismen, weil einfach niemand mehr sich für den anderen interessiert. Jeder ist nur mit sich beschäftigt. Denn wie sonst könnte es passieren, das tote Nachbarn erst nach Jahren entdeckt werden?. Das betrifft leider auch die Eltern, die so mit ihrem eigenen Fortkommen beschäftigt sind, das die Brutpflege leider auf der Strecke bleibt.
Aber bevor sich die Gesellschaft und die Politik an der Nase nehmen und die Schuld bei sich selbst sucht, werden die Spiele verdammt. Der typische Weg des geringsten Widerstandes.
Nur meine Meinung
lg
Tellme
PS: Wahrscheinlich bin ich jetzt bei WU-Studenten in ein Fettnäpfchen getreten, aber da muss ich wohl durch. |
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Thomas [IPOS]
Anmeldedatum: 02.03.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 04.07.2007, 19:06 Titel: böse Globalisierung? |
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Lieber Tellme,
@Fettnäpfchen: Allerdings!
Ganz das Gegenteil ist nämlich, zumindest meiner Meinung der Fall. Globalisierung an sich kann gar nicht schlecht sein. Ist doch gut, wenn der Markt freier wird. Denk doch mal an die vielen, vielen Dinge die es möglich machen weltweit Waren zu ordern. Das World Wide Web hat dabei massiv mitgeholfen. Die wichtigste Voraussetzung für einen Menschen, oder wie du ausgedrückt hast das Individuum ist doch der Level der Bildung bzw. die Lernbereitschaft flexibel an Themen heranzutreten. Die Zeiten der Pragmatisierung sind Gott sei Dank vorbei. Stärkerer Wettbewerb in allen Bereichen des Lebens bringt uns alle weiter. Stillstand und flanieren hat noch nie was gebracht. Das Argument mit den billigen Arbeitskräften ist ebenfalls keines. Billige Arbeitskräfte sind nicht billig. Die Menschen, die diese Tätigkeiten ausführen haben keine andere Möglichkeit, sie müssen für diesen Lohn arbeiten und sind auch froh darüber, da sie immerhin noch viel besser verdienen als im Heimatland. Oder sie finden keine Arbeit im Heimatland weil die meisten aus dem primären Sektor (Urproduktion) kommen und dort die Arbeit eben immer weniger wird. Der Dienstleistungssektor hat seit den 70ern enorm an Bedeutung gewonnen, Flexibilität und Life long learning sind der Schlüssel zum Erfolg.
Leicht macht es sich der Bürger wenn er oder sie die Schuld dem Staat gibt. Der Staat sollte meiner Meinung nach für die Infrastruktur Sorge tragen. Das soll es dann aber auch schon gewesen sein. Aktuell regt mich diese unsägliche Diskussion bezüglich 1000 Euro Mindestlohn auf. Ich bin der Meinung, dass es wohl ein paar (sehr) wenige gibt, die diese Hilfe wirklich benötigen. Der ganze große Rest ist einfach faul und macht es sich seit Jahren auf Kosten des Staates bequem. Mag sein, dass es auch Härtefälle gibt, keine Frage Ausnahmen gibt es immer diese seien aus dieser Diskussion ausgeschlossen. Ich glaube nur, dass es, und da geb ich dir Recht Tellme, vielmehr gibt, die dieses System einfach nur ausnutzen bzw. zu bequem sind.
Unsere Generation ist glaube ich auch anders aufgewachsen. Ich glaube wir haben dieses Leistungsdenken und den Druck den auch der Arbeitsmarkt macht eher verstanden und uns darauf eingestellt. Schaut euch mal an welche Berufe heute Handelsschüler bekommen, oder HAK-Absolventen. Wenn man heute keine Lehrstelle bekommt oder eben Matura macht schaut es sehr schlecht aus. Selbst die Noten werden bei den Lehrlingsausbildungsstätten mehr und mehr beachtet. Ich verstehs, ich kann ja niemanden ins Geschäft stellen, der nicht mal weiß wieviele Cent ein Euro hat.
Seid ihr da anderer Meinung?
lg
Tom
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Tellme
Anmeldedatum: 04.03.2007 Beiträge: 13 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 04.07.2007, 23:17 Titel: |
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@Thomas
Das Fettnäpfen war mir klar
Grundsätzlich hast du sicher recht, das lebenslanges Lernen in der heutigen Zeit das wichtigste ist.
Aber insgesamt geht der ganze Wandel der Paradigmen meiner Meinung nach zu schnell, und weder das Schulsystem noch die Politik können mit der Entwicklung Schritt halten. Dazu das Beispiel meines Sohnes: Absolvierung der Spengergasse (EDV) nachdem beim Eintritt was Wunder über die Zukunftsaussichten versprochen wurde. Anschließend Bundesheer und dann AMS. Aussage dort: Schule war sinnlos, Lehre wäre wegen Praktischer Ausbildung besser gewesen. Also Lehre als Nachrichtenelektroniker bei Siemens mit Auszeichnung abgeschlossen.
AMS - keine Jobs. Also jede Menge Bewerbungen, Absagen wegen mangelnder Praxis oder überqualifiziert, daher zu kostspielig, bla,bla
Der Frust bei meinem Junior ist ein gewaltiger und mit jeder Absage steigt das Gefühl bereits jetzt (mit knapp 23) im Leben versagt zu haben.
Das ist ein Beispiel aus eurer Generation und ich habe die Zeit und die Geduld ihm immer wieder zu motivieren. Aber ohne seinen starken Willen und ohne diese Motivation durch mich könnte ich es ihm nicht verdenken, wenn er sich z.B. in WOW flüchten würde.
Irgendwann wird es so weit kommen, wenn alle studieren oder maturieren, das durch das Überangebot an solch topqualifizierten Menschen die Matura oder sogar der akademische Grad als Vorraussetzung für einen Job bei z.B. Mediamarkt gefordert wird, was Personen ohne diese Ausbildung den Zugang zum Arbeitsmarkt noch weiter erschwert.
Eine Handwerkslehre? In der heutigen Zeit auch nicht unbedingt empfehlenswert. Denn nach der Lehre werden die wenigsten übernommen. So lange sie billig die Drecksarbeit machen sind sie willkommen. Aber sobald die Lehrzeit um ist -tschüss.
Auf der Baustelle meiner neuen Wohnung ist der Parkplatz voll mit Autos aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei, man hört fast kein deutsches Wort und der Baumeister bekennt sich dazu, das diese Arbeitskräfte billiger kommen.
Die Arbeitgeber nutzen diese Situation meiner Meinung nach beinhart aus.
Meine Exfrau arbeitete bei einem großen österreichischen Möbelhaus als stellvertretende Abteilungsleiterin. Was dort los ist, ist unbeschreiblich und von den 1000 Euro Mindestlohn können die meisten der Angestellten nur träumen. Denn diese gelten ja nur für Vollzeitkräfte. Und diese findest du dort nur selten. Alles Teilzeitkräfte (spart Überstundenzuschläge), an starken Tagen geringfügige, die weit mehr Stunden arbeiten müssen als vereinbart und dann mit Einkaufsgutscheinen(!!!) der Firma bezahlt werden. Das Aussprechen der Worte "Betriebsrat" oder "Gewerkschaft" führt zum sofortigen Abbau des Betreffenden aus "innerbetrieblichen" Gründen. Nichterreichen der Umsatzvorgaben zwei Monate hintereinander? Auf Wiedersehen
Anderes Beispiel:
Ich bin gerade auf Kur. Und zwar im gleichen Kurhaus wie schon vor drei Jahren. Inzwischen erfolgte ein Eigentümerwechsel. Und im Gegensatz zum letzten Aufenthalt gibt es hier fast kein österreichisches Personal mehr. Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe absolut nichts gegen Ausländer, aber glaubt hier wirklich einer das das Stubenmädchen aus der DomRep besser qualifiziert ist als ein Österreichisches?
Tut mir leid, aber ich kann auch das Schlagwort der flexiblen Arbeitnehmer nicht mehr hören, denn komische Weise wird die Flexibilität immer nur von den Arbeitnehmern gefordert. Und die kann eine alleinerziehende, gelernte Verkäuferin nur sehr schwer erfüllen.
Ich bin also der Meinung die Entwicklung mag zwar für die fernere Zukunft richtig sein, es sollte aber ein Gang zurückgeschaltet werden.
lg
Tellme |
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