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Das Gruppenspiel

World of Warcraft ist dafür ausgelegt, dass man auch alleine auf die höchste Level-Stufe kommen kann. Den gesamten Spielinhalt kann man aber nur entdecken, wenn man sich mit anderen Spielern in eine Gruppe begibt. Zu zweit kann man manche unmöglich erscheinenden Aufgaben lösen. Zu fünft die ersten Instanzen betreten, zu zwanzigst Instanzen spielen, die über ganze Abende gehen und letztendlich zu vierzigst die schwierigsten Spielinhalte, welche die begehrenswertesten Belohnungen bieten und tagelang begehbar sind, erforschen.

In einer Gruppe zu spielen bedeutet nicht eine Bindung für sein Online-Leben einzugehen. Viele Gruppen lösen sich nach erledigter Aufgabe auf. Ab zehn Personen in einer Gruppe, so genannten Raids, ist ein wenig Vorlaufzeit erfor-derlich um diese optimal mit den erforderlichen Klassen zu besetzen. Bei Raids mit vierzig Spielern sind dann meist schon Anmeldungen Tage im Voraus und Aufstellungsplanungen der Raidleitung (jene Personen die den Ausflug organisieren) notwendig. Eingespielte Raids ziehen an fix vergeben Tagen in ähnlicher Besetzung los, um die Welt Azeroth von diversen Bedrohungen zu befreien.

Interview per e-mail (25.7.2006) mit Stormgirl, zum damaligen Zeitpunkt Raidleiterin beim MC-Bündnis der Gilden „Childs of Storm“, „Wings of War“ und „Jem Hadar“.

Frage: „Bitte erzählen Sie uns über Ihre Erfahrungen als Raidleiter!
Denkanstösse: Bindung zum Raid, Mehraufwand in Wochenstunden, Anekdo-ten und Geschichten aus dem Raid (können ruhig in WoW Sprache geschrie-ben sein), Gespräche mit anderen Spielern, Diskussion innerhalb der Raidlei-tung, Diskussionen mit Spielern, die z.B. auf der Ersatzbank waren … etc…

Grundsätzlich steht es Ihnen komplett frei, Ihre Eindrücke zu schildern.“

Antwort: „Nach 2 Fehlversuchen was ein Gildenbündnis betrifft, haben wir (Childs of Storm, Anm.) uns im Dezember 2005 mit den Gilden Wings of War und Jem Haddar zusammengeschlossen, um gemeinsam MC zu gehen.
Mittlerweile sehe ich das Bündnis nicht als 3 Gilden, sondern als eine Große, ähnlich einer Großfamilie.
Der Mehraufwand für 2 Raids pro Woche liegt bei mir bei durchschnittlich 6-8 Stunden. Darin enthalten sind je 2 TS-Vor- und Nachbesprechungen, Zusammenstellung des Raids, Pflege der HP und DKP-Eintrag, sowie tägliches Lesen der Foren und sammeln der Informationen. Nicht darin enthalten sind die Dis-kussionen mit den Mitgliedern, die immer wieder auftreten und die „kleinen“ Unstimmigkeiten, die so nebenher erledigt werden. In den Diskussionen geht es meistens darum, warum kein neues Mitglied aufgenommen wird, oder warum etwas so und nicht anders gemacht wird.
Manchmal sind die Diskussionen frustrierend, wenn Wünsche gänzlich unberücksichtigt bleiben und absehbar ist, dass darunter der Raid leidet und Frustra-tionen aufkommen werden.
(aktuell: Balsa's Weigerung BWL im Wechsel mit den WE zu machen) In sol-chen Situationen hab ich oftmals Lust alles hin zu schmeißen, mir einen ande-ren Raid zu suchen und keine Leaderfunktion mehr inne zu haben. Was ich aber momentan noch nicht tue, da mir die Mitspieler alle ein bisschen an mein Priesterherz gewachsen sind, nur sollte sich der Frust weiter aufbauen, muss das die Konsequenz sein.
Nachdem der Raid nach Woody's Weggang fast geplatzt wäre, haben glückli-cherweise die Diskussionen um die E-Bank nachgelassen, auch vielleicht, weil wir grade im Sommerloch stecken… aber auch die werden wieder kommen und an den Nerven zerren. Ein typisches Beispiel hierfür ist:  „Warum bin ich heute E-Bank?“ (Jäger) - “Weil wir zu viele Anmeldungen haben, darunter leider auch schon genügend Jäger.“ - „Ja, aber bei xy steht, dass er evtl. später oder gar nicht kommt. Ich kann bestimmt von Anfang an.“ - „Ich weiß, aber wir können nicht auf den Mage verzichten, wir stehen vor Major. Auch wenn er später kommt. Es haben sich ansonsten nur 3 Mages angemeldet, und wir brauchen die Sheep's. Sollte er nicht on kommen, wirst Du ja nachgeladen und hast keine Punktverluste.“ - „Pff, hab keinen Bock auf E-Bank, dann such ich mir nen andren Raid, wenn ihr mich Freitag nicht mitnehmt. Ihr bevorzugt ja doch nur die Leader.“ - “Wenn das Deine Meinung ist....viel Erfolg“.
So in der Art verlaufen 50% der Diskussionen um E-Bank bei „Neuen“. :-(

Zusammenfassend: ich möchte den Raid nicht missen, die meisten sind ganz nett. Irgendwie sind wir zusammengewachsen. Und auch ich kann an der Auf-gabe Raidleader wachsen und viel lernen. Und ich trage lieber die Verantwor-tung, wie mich nur meinem Schicksal zu ergeben^^ Immerhin hat unsre Truppe viel erreicht, Nefarius muss sich vorsehen :-))))

Achja, nen Heiler sollte man nicht zum Leader machen :-) Ich hab Null Plan wie die Möppe heissen, weiss zwar die Taktik und was gemacht werden muss, aber was wann gepullt wird und wo genau....naja, ich werd's auch noch lernen und bis dahin lass ich mich gerne von Shat, Bal, Snupo usw beraten:-) Naja und meiner Aufgabe kann ich als Leader fast nicht nachkommen, entweder hab ich den Mob im Visier oder ich heile, und noch mehr auf den Monitor kann ich mir nicht bauen, seh ja so schon nix mehr...“


07.03.2007 - Alexander Pfeiffer

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